Gabriela Bürgi – Staatsanwältin und Krimiautorin

Shownotes

Gabriela Bürgi ist Staatsanwältin im Kanton Uri. Da kommt sie mit dem einen oder anderen schlimmen Fall oder auch mit Leichen in Kontakt. Früher arbeitete sie als Jura-Praktikantin beim Ruanda-Tribunal in Afrika mit. Und ganz neu hat sie ihren ersten Krimi «Mord im Belvedere» veröffentlicht. Über all diese Themen spricht sie in dieser Podcast-Folge.

Host und Autor: Martin Diener

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich frage mich, sagen wir mal, hier ist eine Verletzung oder eine Bläule, von was es sein könnte.

00:00:07: Möchtest du genauer anschauen?

00:00:08: Könntest du von einem Sturz sein?

00:00:09: Oder Abwehrverletzungen oder Fingernägel?

00:00:13: Man schaut das schon sehr genau

00:00:27: an.

00:00:29: Aber es passieren immer wieder schlimme Dinge, die der Staat ermitteln muss, heran schauen und entscheiden, ob ein Straftat vorliegt.

00:00:38: Das ist der Job einer Staatsanwältin.

00:00:40: Sehr spannend, aber sicher auch eine Herausforderung.

00:00:43: Ich freue mich auf dieses Gespräch.

00:00:45: Ich bin Martin Diener und bei mir ist jetzt Gabriella Bürgi, Staatsanwältin des Kantons Uri.

00:00:51: Herzlich willkommen.

00:00:52: Danke schön, Martin.

00:00:53: Es freut mich, hier zu sein.

00:00:55: Wenn ein Verdacht auf ein Stoßgegens-Strafgesetz vorliebt, also ein Offizialdelikt, dann kommt ihr und Stuyspiel.

00:01:03: Was macht den Staatsanwältin ganz konkret?

00:01:08: Meistens kommt ein Report schon von der Polizei.

00:01:12: Ich schaue, was passiert, was vorgeworfen wird, was schon gemacht wurde.

00:01:17: Muss ich noch etwas machen?

00:01:18: Muss ich noch Einvernahmen durchführen?

00:01:20: Oder ist das so weit, dass ich darüber entscheiden kann?

00:01:24: Entweder einen Strafbefehl zu machen, nicht anhand der Namen.

00:01:28: Wenn wir sagen, da ist jetzt gar nichts dran.

00:01:31: Oder gibt es eine Einstellungserfügung.

00:01:34: Oder ist es ein Fall, wo es schwerer ist?

00:01:37: Dann geht es dann an das Gericht.

00:01:38: Dann haben wir ihn hier überwiesen.

00:01:40: Aber da gibt es meistens das erste Neifernamen.

00:01:43: Aber bei jedem Fall kommst du ins Spiel oder ab wann?

00:01:47: Bei jedem Fall ja, ausser, wenn du schnell fährst.

00:01:51: Das ist im sogenannten Ordnungs-Bus-Bereich.

00:01:54: Du zahlst die Buse, dann kommt das nie zu mir.

00:01:57: Aber selbst wenn du diese Buse nicht zahlen würdest, dann kommt das früher oder später zu mir, dann wird es einfach noch teuer.

00:02:05: Aber es gefrisiert das Döffel oder so, das gehört gar nicht in diese Sparten.

00:02:10: Das sind meistens Jugendliche.

00:02:11: Die kommen nicht zu mir, sondern zu den Jugendanwaltschaften.

00:02:14: Das gibt es ja auch

00:02:16: noch.

00:02:16: Genau, das ist noch separat.

00:02:17: Aber das vergessen sie bei uns.

00:02:19: Ich komme jemanden ab, über Jugendliche.

00:02:22: Ich leite das dann weiter.

00:02:24: Wie streng ist dein Alltag?

00:02:27: Ja, wie soll ich das sagen?

00:02:29: Es gibt sicher strengere Zeiten.

00:02:30: Gerade im Bicke kann man nichts planen.

00:02:33: Oder wenn ein Frischt ansteht, das ist bei den sog.

00:02:36: Haftfällen, wenn einer in den Haft ist, dann pressiert das immer.

00:02:41: Diese Fälle sind auch absolut prioritär, denn wir wollen ja schliesslich niemand länger im Gefängnis als absolut nötig.

00:02:48: Aber sonst bin ich relativ flexibel auch in meinem Alltag.

00:02:53: Es ist meistens doch ein Bürojob, das ich auch etwas vorausplanen kann.

00:02:57: Aber die Arbeit geht uns sicher nicht aus.

00:03:00: Aber du musst manchmal auch ausrücken, du musst voraus und am Kanton Uri dann irgendwo in die Berge nehmen.

00:03:07: Was hat es hier zum Beispiel für Fälle, die du schon gehabt hast?

00:03:10: Das sind dann v.a.

00:03:11: die sogenannten aussergewöhnlichen Todesfälle.

00:03:14: Sagt das ein Umfall?

00:03:16: Sagt das ein Absturz?

00:03:19: Neumet?

00:03:19: Suizid?

00:03:22: Und die können natürlich relativ abgelegen in einen Ort stattfinden.

00:03:27: Also, da ist jemand, die guter Taschenlampe nebenbei zu haben, jetzt im Winter sowieso.

00:03:34: Und gute Schuhe, auf jeden Fall.

00:03:36: Hast du so einen Notfallausrückung?

00:03:39: wo der Taschellampen eine gute Schuhe oder etwas dabei ist.

00:03:45: Ja, gute Schuhe habe ich sicher im Büro für den Fall oder dass ich vom Büroausnahme-Team gehen muss.

00:03:49: Taschellampen ist eine gute Idee, dass ich das auch dort eine Fix habe.

00:03:54: Letztlich hätte ich tatsächlich eine gebraucht, aber ich bin direkt vom Büro gekommen und dachte, die Heimat hätte ich so gute Taschellampen.

00:04:01: Genau, auch Warnwesten habe ich eine für den Fall.

00:04:04: Jetzt kann mal sein, ob ein Unfall auf der Autobahn ist oder ein Helm hätten wir auch.

00:04:08: Wo habe ich jetzt allerdings noch nie gebraucht?

00:04:11: Bevor wir noch mehr auf deine Bühne eingehen, möchte ich auch Klammern aufmachen und auf Neujahrsnacht in Gramm und Anna zu reden kommen.

00:04:20: Natürlich die ganze Schweiz und auch viele Länder rundherum sind betroffen.

00:04:26: Dort sind natürlich die Opfer, da sind die Barbetreiber, aber auch die Staatsanwaltschaft.

00:04:32: Die ist jetzt recht fest.

00:04:34: auch unter Druck kommen.

00:04:35: Du musst überhaupt nichts zu Ihren Bühnen sagen.

00:04:37: Aber ich lasse mich jetzt wundern, wenn ich endlich mal jemand bei mir habe, der hier ein bisschen in der Linie sieht.

00:04:44: Gibt es überhaupt ein Handbuch für so einen schlimmen Fall?

00:04:49: Also weisst du, dass du weisst, ich muss jetzt das machen, ich muss jetzt diesen Mal leuten, ich muss jetzt diesen aufbieten.

00:04:55: Oder ist das wirklich so ein aussergewöhnlicher Fall?

00:04:58: Ja, das ist tatsächlich so ein sehr aussergewöhnlicher Fall.

00:05:01: Und ich wünsche, dass niemand das nicht in diesem Fall hat, oder?

00:05:04: Weil das ist extrem.

00:05:07: Erstens ein sehr schlimmer Fall, oder?

00:05:09: Zweitens sind sehr viele Leute betroffen.

00:05:12: Sie meinten die unmittelbaren Opfer, aber auch die Angehörigen und ein paar Betreiber und so weiter.

00:05:18: eine riesige Kreise, die sich schliesst.

00:05:19: Allein kann man das fast nicht händeln.

00:05:22: Ich sage es gar nicht händeln, sondern voll.

00:05:24: Das würde bei uns sicher auch jemand oder zwei Leuten mithelfen.

00:05:28: Das ist mir ein Team.

00:05:32: Zum einen sind die Vorlässigkeitsdelikte relativ schwierig.

00:05:35: Es ist nicht der Säbio, der willendlich auf das Opfer einstiegt.

00:05:40: Da muss man nicht sehr viel mehr anweisen.

00:05:42: Aber die Vorlässigkeit muss man wie noch separat anweisen.

00:05:45: Und der Unterlassungsdelikt ist auch wieder schwierig.

00:05:48: Und dort geht es jetzt erst einmal auch noch darum, so weit ich das beurteilen kann, wer hat was nicht gemacht und er soll hat zu machen.

00:05:56: Das ist gemeint auch beteiligt, inwieweit.

00:05:59: Inwieweit sind Sie unvorsichtig gewesen?

00:06:02: Was kann man bei den Barbetern überanlasten und so weiter?

00:06:06: Es ist eine relativ lange Kette.

00:06:08: Und die Emotionen kommen dann auch noch dazu.

00:06:10: Als ich in der Tagesschau war, habe ich auf dem Sofa losgeheulet.

00:06:15: Wie kann man dann so abbrüten und so Fakten basiert informieren?

00:06:25: Das lernt man wahrscheinlich mit der Zeit.

00:06:27: Ich denke, nicht, dass wir keine Emotionen haben.

00:06:32: Das ist einfach nicht möglich.

00:06:33: Aber man lernt, die auf der Seite zu lassen, in diesem Moment.

00:06:37: Man sieht eigentlich das Beruflichen, sonst könnten wir auch nicht arbeiten.

00:06:42: Wenn ich jetzt bei jedem Fall ... Wir haben viel mit verstorbenen und angehörigen auch zu tun.

00:06:48: Wenn ich jedes Mal in den Tränen ausbreche, würde ich mir keinen Gefallen tun.

00:06:52: Aber der Angehörige ist ja gar nicht.

00:06:54: Ich finde auch, es wird traurig.

00:06:57: Das ist Ihres Recht.

00:07:00: Wie machst du es ganz persönlich, wenn du da in deinem Kanton, im Kanton Uri irgendetwas hast, wo dir oder vielleicht im ganzen Kanton oder mindestens ein paar Gemeinden weit alle die Schuhe abziehen?

00:07:13: Wie handelst du das?

00:07:15: Eine schwierige Frage insofern, dass ich das noch nie hatte, gerade so extrem.

00:07:20: Also, ja.

00:07:22: Das bin ich selber gespannt, aber ich denke, wir finden den Weg.

00:07:27: Und vor allem sind wir sehr ein gutes Team und wir unterstützen uns gegenseitig hier.

00:07:32: Da kann ich auch mal überfragen, was schon länger hier ist, wenn es wirklich mal ein grosser Fall ist.

00:07:37: Ich hatte schon mehrmals.

00:07:39: Da kriege ich immer Antwort oder eben Hilfe.

00:07:42: Und auch mit der Medienarbeit arbeiten wir mit der Polizei zusammen.

00:07:46: Und das klappt meistens sehr gut.

00:07:49: Kanton Wallis ist auch ein Bergkanton, man kennt sich.

00:07:54: Was macht die Vorstellung mit dir, dass das nicht unbedingt in Grammantanas, sondern auch irgendwo in Halltorfen passieren kann?

00:08:03: Ja, das gibt einem wirklich zu denken.

00:08:07: Es ist nicht unmöglich, dass so etwas passiert.

00:08:11: Insofern ist das ein sehr guter Moment, um zu sagen, wo wir jetzt ansetzen müssen.

00:08:18: Was hat man verpasst in den letzten Jahren?

00:08:20: Wo könnte das auch passieren?

00:08:23: Die Frage der Schuld.

00:08:26: Warum braucht der Mensch immer Entschuldigen?

00:08:28: Ja, das frage ich mich meistens auch.

00:08:32: Ich weiss nicht, ob es dann einfacher macht, um das Verarbeiten mit einem Entschuldigen zu haben oder was das Ding ist.

00:08:40: Ich selbst suche nie nach dem Schuldigen.

00:08:43: Natürlich ist klar beim Job, ja.

00:08:46: Wobei, es gibt so viele, gerade bei außergewöhnlichen Todesfällen ist meistens einfach niemand schuld.

00:08:53: Der hat keine Ahnung, das Herz hat plötzlich aufgehört oder es war halt ein rutschiger Stein und so weiter.

00:09:00: Und auch, um das akzeptieren zu können, es ist nicht immer jemand schuld.

00:09:04: Es braucht es auch nicht.

00:09:06: Und die Sachen passieren einfach.

00:09:09: Das ist schon, denke ich, ein wichtiger Punkt.

00:09:12: Und doch ist es wahrscheinlich ein wichtiger Punkt, auch für die Eltern zu wissen, ich habe mein Kind oder mein Mädchen, mein Bub, verloren.

00:09:20: Da wurde geschlampen.

00:09:22: Da will überhaupt nichts sagen.

00:09:25: Aber die Gewissheit, dass der Staat dann schaut, dass wirklich Gerechtigkeit ... Passiert, das ist wichtig.

00:09:32: Auf der anderen Seite gibt es diese Momente, dass ich durch die Taxistrasse gefahren bin.

00:09:38: Und dann haben wir einen so riesen Stein auf das Auto gehalten und ich bin tot.

00:09:43: Bäm.

00:09:44: Also, kann ich irgendwie das Tiefbau handeln?

00:09:49: Oder lasst man es dort einfach sein oder sucht man ... Berichtet auch entschuldigt.

00:09:53: Ja,

00:09:54: ja, natürlich.

00:09:54: Wir untersuchen einen Fall auf jeden Fall.

00:09:57: Es kann dann sein, dass man sagt, Moment mal, er hat Tee und Tee etwas nicht berücksichtigt, was er soll.

00:10:04: Sind die Netze nicht genug stark, was man macht?

00:10:07: Aber wenn man zum Schluss kommt, ja, die Netze sind für ... Die allermeisten Fälle waren genügend.

00:10:16: Man konnte nie damit rechnen, dass so ein grosser Brocken runterkommt.

00:10:21: Man hat einfach keine Schuldungen.

00:10:23: Es ist einfach ganz blöd gelaufen in diesem Sinn.

00:10:27: Es klingt jetzt blöd, aber man kann nicht immer jemand verantwortlich machen.

00:10:32: Aber untersuchen auf jeden Fall ist ganz wichtig.

00:10:35: Ja, aber es ist ein

00:10:39: bisschen eine Mischung zwischen Büroarbeit, ob auf den Ratten vor Gerichte ist oder eben auch Ausrücken.

00:10:47: Gehen

00:10:47: wir jetzt mal miteinander auf den Tatort.

00:10:50: Du wirst am Morgen am Vier mit Taschenlampe und guter Schuhe geweckt.

00:10:56: Du musst irgendwo auf den Hoger uhren und es hat ein Opfer, ein Todesopfer.

00:11:02: Da kommst du nicht vor Ort.

00:11:04: Was passiert denn?

00:11:06: Spätestens wenn ich ankomme, würde ich orientiert näher, was genau passiert ist.

00:11:10: Von der Polizei?

00:11:11: Von der Polizei, genau.

00:11:12: Ich würde meistens schon am Telefon orientiert, aber das ist nicht im Detail, weil dann geht es darum, ich mache mich bereit und ich gehe los.

00:11:20: Und dann würde ich näher eingegehen und informiert.

00:11:25: Meistens ist der Kantonsarzt gerade schon da.

00:11:27: Und dann fängt die sog.

00:11:29: illegal Inspektion an, d.h.

00:11:31: der Kantonsarzt.

00:11:33: schaut jeden Zentimeter von dieser verstorbenen Person an.

00:11:39: Macht

00:11:39: er vor Ort oder in einem rechtsmedizinischen Institut?

00:11:42: Entweder vor Ort oder im Spital.

00:11:44: Das kommt ein bisschen darauf an.

00:11:47: Wenn es gefährlich ist vor Ort, dann wird es sowieso den gleichen Spital bringen.

00:11:53: Wenn es gut geht, dann machen wir das vor Ort.

00:11:56: Gerade wenn die Umstände das auch nachlegen.

00:12:00: bei Suizide oder so.

00:12:02: Wenn es eine Wohnung ist, dann ist es abgeschlossen.

00:12:04: Man kann das eigentlich immer retten.

00:12:06: Wie ist das, wenn man Leichen sieht?

00:12:10: Es ist jetzt blöd gesagt, man gewöhnt sich relativ schnell daran.

00:12:13: Man sieht dann eigentlich nicht mehr die Personen dahinter, sondern einfach, das ist jetzt ein Toten und es ist meine Aufgabe zu schauen, was passiert ist.

00:12:22: Welche Fälle schüttelt dich am meisten?

00:12:25: Am meisten die Säben, die die Angehörigen halt unmittelbar betroffen sind.

00:12:31: Speziell bei Suizid sind die Angehörigen meistens um.

00:12:34: Und die Emotionen, die da oben sind, mit dem habe ich fast am meisten Probleme.

00:12:41: Oder auch Unfallopfer, die auf einen anderen zurückzuführen sind.

00:12:46: Einem, der jetzt gemeint hat, er muss mit bis zu hundertundzwanzig durch das Dorf durchfahren und einen anderen verleuten das Leben weg.

00:12:54: Wie einfach oder wie schwierig ist es die Fakten der Emotionen?

00:12:58: ... zu teilen, also wenn einer mit hundertzwanzig aus die Dorf durchfährt und ein Kind wippen kann.

00:13:05: Ja.

00:13:06: Möchtest du dem am liebsten auch noch einen an den Kopf fahren?

00:13:10: Ja.

00:13:11: Du musst dann sagen, mein Job ist Fakten.

00:13:15: Wie schwierig ist das?

00:13:18: Man würde auch etwas älter und weiser insofern.

00:13:24: Ja, manchmal ist es schon eine leichte Herausforderung, aber es würde immer ein bisschen einfacher zu sagen, das ist mein Job.

00:13:31: Ich schaue jetzt wirklich einfach die Fakten an.

00:13:35: Gehen wir noch mal zurück zu dem Opfer, wo wir irgendwo im Berg gehen.

00:13:38: Gesehen, deine Aufgabe ist nachher zu entscheiden, was?

00:13:45: Also weisst du, was passiert jetzt?

00:13:46: Deine Aufgabe ist nachher zu entscheiden, das ist ein natürlicher Fall oder ...

00:13:51: Was läuft da?

00:13:52: Ja, genau.

00:13:52: Wenn ich merke, das ist das sogenannte Innersgeschehen, dann gebe ich die Leichen frei im Anschluss zu der Legalinspektion.

00:14:00: Das kann ich gerade nachher auch machen.

00:14:02: Oder wenn ich finde, dass irgendetwas doch komisch ist, also es stimmt für mich nicht zusammen, dann kann ich auch eine Obduktion haben.

00:14:10: Das heisst, die Leichenkunden ist entscheidend für Rechtsmedizin in Zürich.

00:14:15: Und die schauen dann wirklich noch besser an.

00:14:18: Wie entwickelt man denn so ein kriminelles Know-how?

00:14:23: Also wenn irgendwo unter einem Mührchen jemand lebt, tot, und dann denkst du, vielleicht hat jemand oben oder oben geschupft, oder vielleicht ist die Licht schon vorher umgebracht worden und dann dort abgerührt worden.

00:14:35: Also weisst du, das, was wir einmal beim Tatort oder beim Zistikskrimi irgendetwas denken, wo holst du das kriminelle Know-how her?

00:14:46: Da arbeite ich eigentlich gut mit dem Kantonsarzt oder auch mit der Ärztin von mir zusammen.

00:14:51: Die schauen, dass es wirklich eine Institut für Rechtsmedizin kann.

00:14:56: Genau, es kann mal sein, wenn der Kantonsarzt nicht kann, dass jemand vom Institut für Rechtsmedizin kommt, auch für die legalen Inspektion.

00:15:03: Die fahren von Zürich hier an, dann sind wir noch aus Zitli unterwegs.

00:15:09: Die machen die so genannte illegalen Inspektionen und schauen wirklich alles an und sagen auch, ob ich fragen habe, Moment mal, hier ist eine Verletzung oder eine Bläule, von was könnte das sein?

00:15:21: Ist das etwas, was vorher schon war?

00:15:24: Gerade bei älteren Leuten, die bekommen sehr schnell blaue Flecken.

00:15:29: Wenn sie irgendwo ankommen, muss man da genauer anschauen.

00:15:33: Könnte es von einem Sturz sein oder Abwehrverletzungen oder Fingernägel?

00:15:38: Man schaut das schon sehr genau

00:15:42: an.

00:15:42: Ich weiss, du darfst keine konkrete Details sagen.

00:15:45: Aber was passiert da im Kanton Uri?

00:15:48: Ein schöner Bergkanton.

00:15:49: Alle sind lieb, alle sind nett.

00:15:51: Stimmt, stimmt das.

00:15:53: Leider nicht.

00:15:54: Wir sind natürlich auch ein Durchfahrtskanton.

00:15:57: Und gerade einen Kriminal-Touristen für die erste Ausgabung.

00:16:01: Die kommen hinter der Italien her oder vom Norden und sind schnell wieder weg.

00:16:05: Also einbrechen.

00:16:06: Und so haben wir relativ viel.

00:16:08: Wir haben auch sehr viele Straßenbecherstellungen.

00:16:11: Wir haben auch einen guten Blitzkasten in Amsteg.

00:16:13: Und viele denken da einfach immer noch nicht daran, dass es nachts gerissen ist.

00:16:19: Aber wir haben natürlich auch ... Wir haben alles möglichen.

00:16:23: Zum Glück holen wir schon lange keine Stötungsdelikt mehr.

00:16:27: Ich hoffe, es bleibt so.

00:16:29: Seit ich in der Staatsanwältin bin, haben wir nichts bezüglich.

00:16:32: Gehen wir

00:16:34: mal auf eine Gerichtsverhandlung.

00:16:35: Wir sind nicht im Buchstatt, sondern wie wir sie vom Film her erkennen.

00:16:39: Muss ich mir das wirklich so vorstellen, wie bei diesen Justizfilmen aus Hollywood, da haben wir die Richter vorne mit dem Hammer und du machst so ein flammendes Bledoy je, was er jetzt alles böse gemacht hat.

00:16:52: Ist das wirklich so?

00:16:54: Nein, nicht so extrem wie im Film.

00:16:58: Nein, es ist auch so, bei uns das Gericht tut viel von anderes weg.

00:17:04: was in den USA weniger ist.

00:17:06: Dann schauen sie viel mehr auch im Strafrecht darauf, was die Partien überhaupt vorbringen.

00:17:11: Und wenn sie es nicht vorbringen, wird es einfach nicht berücksichtigt.

00:17:14: Das ist bei uns im Zivilrecht der Falle eines Strafrechts.

00:17:18: In den allermeisten Fällen gibt es ganz wenige Sachen, die das Tatsächliche so ist.

00:17:24: Insofern muss sich nicht so flammend jenes aufwerfen und im Nachhinein noch die Zügen aufrufen usw.

00:17:32: Meistens ist das schon gelaufen.

00:17:34: Die Zügen wurden längst befragt.

00:17:37: Wenn es kritisch ist, macht das Gericht von Amteswegen, dass sie die Zügen auch noch befragt.

00:17:42: Aber sonst führe ich noch mehr aus, was in der Anklageschrift steht, also detaillierter, mit allen Fallen Sacktenverweis.

00:17:51: Aber nein, es ist nicht ganz so flammend wie

00:17:55: im Film.

00:17:55: Also dann lachst du einmal, wenn es wieder in diesen Filmen sagt, keine weiteren Fragen, ihr Zeuge.

00:18:01: Genau, genau.

00:18:01: Das passiert tatsächlich nicht.

00:18:03: Nein.

00:18:06: Aber stellen wir gleich noch vor, du hast vorhin schon gesagt, dass du dann Verhör machst mit gewissen mutmaßlichen Verbrecher.

00:18:14: Wie böse muss man sein, wie böse kannst du sein?

00:18:18: Also ich empfinde ich jetzt gar

00:18:19: nicht.

00:18:22: Nein, das ist jetzt meine Erfahrung.

00:18:25: oder meine Einstellung ist, dass es gar nicht hilft, wenn ich böse bin.

00:18:29: Weil die meisten würden ja abschalten, wenn jemand da kommt und so, los einmal Kerle jetzt, aber hat er, ich sag dir, gar nichts.

00:18:37: Aber zu einfach sagen, dass und das wird vorgeworfen, was sagst du da dazu?

00:18:42: Und so weiter.

00:18:44: Das ist auch so ... Legal, oder?

00:18:46: Mit der Druckaufbau dürfen wir schon gar nicht.

00:18:50: Das ist mit der Verwertbarkeit einer Einvernahme zu tun.

00:18:55: Aber einfach, dass wir herausfinden, was passiert ist.

00:18:58: Und meistens sind die Leute doch gesprächiger, wenn wir einfach normal mit ihnen reden, auf Augenhöhe.

00:19:05: Und kannst du dich immer ab Fakten haben?

00:19:08: Auf die Gesetze meine ich.

00:19:09: Also weisst du, wenn ich jetzt etwa so einen Innenort zu hundert und zwanzig fahrt und ein Kind stirbt dabei?

00:19:16: dass du dann noch mehr Anstrengungen machst, um zu schauen, ob man noch einmal etwas vorwiesen könnte, dass er noch einen höheren Bus oder noch mehr ein paar Monate mehr in den Kisten muss.

00:19:27: Also weisst du, das meine ich, etwas, das dich emotional so mitnimmt, dass das schlussendlich nicht in den Strafverfahren einfließt.

00:19:36: Wie schwierig ist das?

00:19:38: Ja.

00:19:39: Es ist natürlich, wenn jemand besonders uneinsichtig ist, dann darf das auch bei der Strafzumasse, beziehungsweise es muss berücksichtigt sein.

00:19:46: Und das beantrage ich auch immer.

00:19:48: Wenn jemand findet, ja, ich habe ja nichts gemacht, oder nein, so schlimm ist es nicht, dann ist es jetzt einfach passiert, oder?

00:19:54: Und dann möglichst schuld auf alle anderen Schiebe, dann berücksichtigt das auch das Gericht.

00:19:59: Und ich sage immer, in meinem Verfahren, solange ich da fallführend bin, also das ist so lange, bis ich die Anlage schief, das Gericht überwiesen habe, schaue ich alle Fakten auch aus Entlastung.

00:20:13: Aber nachher bin ich Partei.

00:20:15: Da darf ich natürlich auch auflisten, was jetzt hier bei der Strafzumessung gegen den Beschuldung spricht.

00:20:22: Von daher bin ich hier insofern etwas freier, um gründ aufzuführen, wieso der noch ein paar Monate mehr sollte überkommen.

00:20:30: Ich habe natürlich auch umgekehrt, oder?

00:20:32: Ich kann sagen, nein, der hat jetzt wirklich alles versucht, um das wieder auszugleichen, was auch immer ist bei den Betrug an das Mal zu sein, oder ist sehr ruhig und so weiter, das natürlich auch.

00:20:48: Was ist Erfolg in deinem Beruf?

00:20:51: Ja, es ist sicher immer ein Erfolg, wenn ich ein grösses Verfahren abgeschlossen habe.

00:20:55: Ich sehe, dass beim Gericht zur Handlung durch ist ein Schuldspruch oder eben auch ein abkürzter Verfahren.

00:21:04: Man kann sagen, es ging jetzt durch.

00:21:06: Es gab auch schon Sättige, die jahrelang in Arbeit waren, dass man einen Kompromiss gefunden hat zwischen den Beschuldigten und den Opfer.

00:21:15: bzw.

00:21:15: der Geschädigte.

00:21:17: Es gab jetzt auch schon einen Fall, in dem ich dachte, dass man am Herzen erledigt, dass am Schluss, wie soll ich sagen, alle zufrieden ist, vielleicht ein wenig übertreiben, aber alle haben dann schliessen können abschliessen, damit nach mehreren Jahren einfach.

00:21:32: Das ist schon so ein bisschen ein Last, das weggeht, damit man einmal ein wenig durchschnupfen kann.

00:21:38: Jetzt gehen wir in deiner Weite mal ein bisschen weiterführen.

00:21:42: Wir gehen weg vom ... Kantonuri und gönnt auf Afrika.

00:21:47: Du warst beim Rwanda-Tribunal von der UNO-Karriere in Afrika.

00:21:53: Ganz härter Tobak.

00:21:55: In den Völkermord von Hutu an den Tutsi bis zu einer Million Opfer.

00:22:03: Sag mal schnell, um was in den Genozid ging.

00:22:06: Ja, das war ein jahrelangen Konflikt zwischen Hutu und Tutsi.

00:22:13: Irgendwann gab es einen Auslöser, einen Anschlag, und dann sind die Hutu ... Es war der Völkermord von Hutu an den Tutsi.

00:22:23: Die Hutu ging aber auch auf eigene Leute, die Tutsi unterstützt haben.

00:22:28: Es ging total ausgarten auf allen Ebenen, also auch auf den politischen.

00:22:34: Hohe Würdeträger waren unsere Beschuldigten eigentlich.

00:22:39: Das sind das Familienministerin, Bürgermeister und so weiter.

00:22:44: Wir hatten die Höhe, das war auf allen Ebenen.

00:22:47: Wie

00:22:48: bist du zu dem Job gekommen?

00:22:50: Ich habe ein Austauschsemester in Salzburg gemacht und dann habe ich ein Referat im Völkerstrafrecht gemacht.

00:22:58: Und der Professor hat auf ein paar sehr Freude an meinem Referat.

00:23:02: Er sagte, er macht mir eigentlich für alle Referenzen.

00:23:05: Und ich habe dann ein bisschen geguckt, was ich nach meinem Studium machen kann.

00:23:09: Für mich wäre jetzt das... Es war kein Thema, um das Prüfung zu lernen.

00:23:16: Ich wollte weg.

00:23:17: Ich war vierundhalb Jahre bundesweit.

00:23:19: Ich musste noch mehr studieren.

00:23:22: Beim Ruandetribunal konnte ich mich bewerben, obwohl ich mein Masterdiplom noch nicht hatte.

00:23:27: Ich hatte Prüfungen und alles durch.

00:23:29: Es standen, weil ich das Diplom noch nicht hatte.

00:23:31: Das hat dann sehr kurzfristig geklappt.

00:23:35: Ich hatte noch zweieinhalb Wochen, um mich vorbereiten zu können.

00:23:41: Und wie war es diese Bühne?

00:23:46: Ja, wirklich.

00:23:47: Ich habe es sicher unterschätzt.

00:23:49: Das hätte ich auch, wenn ich mehr Zeit hatte, um es vorzubereiten.

00:23:53: Wie du sagst, sehr harte Tubak.

00:23:55: Es ist nicht vergleichbar.

00:23:59: Das ist ein Genozei, das sind Vergewaltigungen, es sind Folterungen, es wurde ganz in Kiel nahezündet, wo sich die Opfer versteckt haben und so weiter.

00:24:11: Das sind wirklich sehr schwere Fälle.

00:24:14: Da war es für mich damals sicher schwieriger, mit den Emotionen umzugehen.

00:24:20: Was hat er hier geholfen?

00:24:22: Ganz sicher meinen Glauben.

00:24:24: Ich habe in jedem Abend, was ich jetzt auch mache, aber vielleicht ein wenig auf andere Art oder ein Gespräch zu Gott gesucht.

00:24:32: Gott war hier wirklich mein bester Kollege.

00:24:37: Ja, vielleicht insbesondere, oder insofern etwas enger als Schüsse.

00:24:42: Damals gab es noch keine Smartphones.

00:24:46: Es war sehr teuer, zu telefonieren.

00:24:48: Ich habe vielleicht eine Woche mit meiner Familie telefoniert.

00:24:52: Von der Arbeit im Rwanda-Tribunal aus konnte ich eine E-Mail schreiben, aber die Internetverbindung war total langsam.

00:24:58: Ich war froh, wenn ich eine E-Mail im Tag schreibe.

00:25:02: Das war schon einsamer.

00:25:05: Ganz konkret, wie hat Gott geholfen?

00:25:08: Man hat einfach die Kraft, um das durchzustehen und auch die schönen Sachen zu geniessen.

00:25:14: oder auch, dass ich in einem sehr guten Team gekommen bin und in einer Staatsanwältin auch wohnen konnte.

00:25:23: Ihre Kinder haben in Großbritannien studiert in dieser Zeit und da hatte sie wirklich ein Zimmer für mich, mit ganz kleinem Kuchen und Bad und ich habe für fast nichts.

00:25:34: bei ihr wohnen können und bei mir direkt Kille mit.

00:25:38: Sie hat immer gesagt, ich war fast eine Ersatz-Dochter für sie.

00:25:41: Ich hatte wirklich ein enormes Glück.

00:25:44: Ich hatte immer noch Kontakt.

00:25:46: Gerade wenn ich daran denke, ich muss mich endlich wieder mal bei ihr melden.

00:25:51: Kille zu Afrika ist ja ganz anders als Kille bei uns.

00:25:54: Was hat ihr nicht am besten gefallen?

00:25:56: Am besten eigentlich, dass es wirklich ... Ein spezieller Anlass war für alle.

00:26:02: Da wären niemand in den Alltagskleider gekommen.

00:26:05: Alle waren schön angeleitet.

00:26:07: Es ist sehr feierlich und mehr geht.

00:26:12: Es gibt alle mögliche Kille.

00:26:14: Ich bin in die römisch-katholische Kille mitgegangen.

00:26:19: Und am Sonntag, also ich glaube, wenn man Christ in Christ ist, in Tansen, dann geht man auch weich kühlen.

00:26:26: Es geht jetzt beruflich gar nicht, oder man ist krank, aber viel mehr Gründe gibt es dann nicht mehr.

00:26:33: Und es wird dann tanzen, oder nicht?

00:26:35: In der Römisch-Katholische Kille war ich auch in einem Gottesdienst.

00:26:38: In Afrika hat man Gottesdienst tanzen.

00:26:42: Ja, okay.

00:26:44: In der Römisch-Katholische Kille war ich vielleicht weniger.

00:26:47: Aber Klatschen und alles, das ist schon viel lebendig.

00:26:52: Ich muss mal auf das Tribunal zu sprechen kommen.

00:26:54: Du hattest hier Geschichten gehört und deine Aufgabe war, Vorbereitung und Durchführung der Kreuzverhöhre.

00:27:04: Oh, wenn du mit so Leuten reden musst, dann musst du wirklich ein Härte-Siech sein.

00:27:10: Ja.

00:27:11: Ja, definitiv.

00:27:12: Ja, ich habe natürlich nicht mit Ihnen direkt geredet.

00:27:15: Das ist wirklich so, vielleicht wirst du außen viel mehr kennen, es war im Gerichtssaal.

00:27:20: Die Kreuzverheuer, die im Kommunal-Las-System sind, braucht es auch in den USA oder in Großbritannien.

00:27:26: Das war im Rwanda-Tribunal auch so.

00:27:28: Dass das ein Züge oder ein Beschuldigter der Staatsanwaltschaft erhöht worden ist, aber auch von den Verteidigern und so weiter.

00:27:35: Ich war jahrelang in Gerichtsverhandlungen.

00:27:39: Und ich glaube, ich habe auch schon ihr Mühe gehabt mit der Emulsion.

00:27:42: Aber ich bin einfach dinnen gesessen und habe zugelost, v.a.

00:27:46: sehr gut mitgelost, wer in Vinvas gesagt hat.

00:27:49: Das hat mir mein Gedächtnis relativ gut geholfen.

00:27:54: Verlührt man da nicht den Glauben als Gute?

00:27:57: Geht es auf Völkermord?

00:27:58: Es hat so abgrunddäufs drin.

00:28:03: Verlührt man da nicht irgendwie ... Ein Grundvertrauen in die Menschheit?

00:28:08: Oder vielleicht auch ein Grundvertrauen in Gott?

00:28:10: Wie kann Gott das zulassen?

00:28:12: Ja, wenn hätte ich eher den Glauben an die Menschheit verloren.

00:28:15: Das habe ich auch nicht, weil ich natürlich immer gesehen habe, es gibt auch ganz andere zum Glück.

00:28:20: Und auch dort hat es andere auch, die nicht mitgemacht haben.

00:28:25: Aber Gott mache ich für das überhaupt nicht verantwortlich.

00:28:28: Für das, was die Menschen machen.

00:28:29: Die Menschen können selber entscheiden, was sie machen.

00:28:32: dass Gott da nicht immer eingreift.

00:28:34: Verstehe ich, insofern wäre er ja immer nur dran.

00:28:37: Sonst hätte der Mensch ihn schon so gar nicht gemacht.

00:28:41: Das Stress würde ich mir nicht atmen.

00:28:43: Nein, ich denke, Gott würde das überhaupt nicht, was nicht genau so traurig

00:28:48: ist.

00:28:49: Aber Gott ist auch Richter?

00:28:51: Ja, am Schluss denke ich, er ist Gott Richter.

00:28:54: Was

00:28:54: heisst das für uns?

00:28:56: Ja, ich hoffe doch immer, dass ich veringesprochen werde.

00:29:02: Ich denke immer, er wird sicher ein fairer Richter sein.

00:29:05: Und ich selbst sehe Jesus immer als Verteidiger.

00:29:07: Jesus wurde ja selbst Mensch.

00:29:10: Er weiss, dass es nicht immer einfacher ist.

00:29:12: Ich denke, er hatte manchmal auch genug von seinen Jüngern.

00:29:16: Ich fahre sehr sowieso.

00:29:18: Ich gehe jetzt einfach ein paar Tage durch.

00:29:19: Ich muss für mich sein, oder?

00:29:21: Aber du bist auf der anderen Seite von Jesus, oder?

00:29:27: Ja, das ist ein Job, genau.

00:29:30: Das ist meine Aufgabe.

00:29:32: Was ist eigentlich die Grundidee oder deinen Grundantrieb als Staatsanwältin?

00:29:39: Möchtest du, dass der Bös verurteilt wird?

00:29:44: Oder möchtest du, dass der Bös auch etwas für das Leben lehrt?

00:29:48: Ja, möchte ja, dass er etwas lernt.

00:29:50: Auf jeden Fall, ich hoffe es, aber das würde wahrscheinlich in den wenigsten Fällen so sein.

00:29:55: Aber so ist unser Rechtssystem eigentlich auch ausgerichtet, dass sie gerade aus einer Strafe lernen.

00:30:02: Darum gibt es auch die bedönte Strafe.

00:30:04: zuerst einmal, zu sagen hey.

00:30:06: Strenge dich jetzt an und wenn du jetzt während der zwei oder fünf Jahre nichts anderes machst, musst du das nicht zahlen.

00:30:11: Bedingt

00:30:12: heisst es, er nicht die Christen muss?

00:30:14: Nicht die Christen oder auch den Geldstraf nicht muss zahlen.

00:30:17: Meistens gibt es noch ein Bus, sondern er muss zahlen, aber das ist ein kleiner Teil.

00:30:21: Und wenn er dann in dieser Zeit, es gibt eine sogenannte Probezeit, wenn er dann etwas macht, dann ist doch Gefahr da für ihn oder dass er dann das zahlen muss und die neue Strafe oder ins Gefängnis muss.

00:30:34: Und da hofft man doch, Dass die Leute lernen.

00:30:38: Und die meisten Telenke werden tatsächlich auch nicht mehr.

00:30:42: Es sind eher die wenigen Fälle, wo man das wieder rufen tut.

00:30:49: Wer und wie ist Gabriella Börgi, wenn sie nicht Staatsanwaltin ist?

00:30:55: Dann bin ich einfach nur Gabriella Börgi.

00:30:58: Ich nehme mich selber nicht so wichtig.

00:31:01: Ja, ich bin gerne in der Natur, ich schwimme gerne, ich liebe die Tiere, ich habe am liebsten ein ganzes Zodau, aus dem wir leider doch ein wenig landen.

00:31:11: Und eines habe ich ist Schreiben.

00:31:14: Wie bist du denn?

00:31:16: Das mache ich seit meiner frühesten Kindheit, v.a.

00:31:21: nach dem Tod von meinem Vater.

00:31:22: Da war ich knapp zehn Jahre alt.

00:31:24: Da habe ich angefangen, richtig mitzuschreiben, Gedichte und so.

00:31:28: Da habe ich auch meine Emotionen verarbeitet.

00:31:31: Sie sind tot.

00:31:33: Das Verarbeiten versucht.

00:31:36: Lisa ist die Gedichte heute

00:31:38: noch ab und zu.

00:31:39: Ja, ich denke manchmal war es schon schlecht.

00:31:41: Ja, aber

00:31:45: ich meine jetzt auch mehr, die Emotionen noch einmal für dich anzuholen.

00:31:49: Das geht wahrscheinlich

00:31:50: sofort, oder?

00:31:51: Ja, definitiv.

00:31:53: Ich muss nur daran denken, wie das damals war.

00:31:55: Da bin ich schon wieder drin.

00:31:57: Ich glaube, das wird auch nie anders werden.

00:32:00: Es ist jetzt doch schon über die Reisegeahre her.

00:32:03: Möchtest du noch etwas mehr erzählen von dem Tod des Vaters?

00:32:07: Ja, er hatte Darmkrebs.

00:32:09: Die Diagnose war schon relativ lang.

00:32:11: Ich habe das nicht wirklich mitbekommen, wenn die Diagnose hier war.

00:32:15: Ich war sicher, wenn ich überhaupt ganz knapp bei der Primarschule war.

00:32:19: Er war mehrmals im Spital, hatte Chemotherapie und alles.

00:32:24: Am Schluss war er aber die Heime.

00:32:27: Ich habe aber bis zum Schluss geglaubt, dass er noch gesund wird.

00:32:31: Das ist immer für ihn bettend worden und so weiter.

00:32:36: Ich dachte, es muss doch jetzt einfach passieren.

00:32:39: Von seinem Tod bin ich schließlich überrascht gewesen.

00:32:42: Aber es wäre wahrscheinlich auch schwierig gewesen, uns Kinder zu sagen, jetzt könnte nichts zu Ende gehen.

00:32:49: Ich denke, für ihn war das eine grosse Erlösung.

00:32:52: Er hatte wirklich sehr glittende, starke Schmerzen.

00:32:57: Für ihn war es sicher, dass es nicht noch Monate länger gegangen ist.

00:33:04: Aber du hast gesagt, ihr habt gebetet.

00:33:07: Für ihn hat das nicht in das Gottesbild, wenn er etwas nicht zerstört, aber hat das nicht in den Glitten oder den Brücken.

00:33:15: Wenn man sagt, Gott ist ja ein Gute und man glaubt als Gute, man betet für das Gute und dann passiert es nicht.

00:33:24: Ja, ja auch.

00:33:25: Ich habe mir Mühe gegeben, um zu sagen, nein, wegen dem bleibt mein Glauben gleich, aber damals habe ich wirklich gedacht, wieso stirbt jetzt mein Vater und andere dann nicht.

00:33:35: Andere, die das Gleiche hatten, sind geilt worden.

00:33:38: Wieso jetzt das?

00:33:39: Das ist doch ungerecht.

00:33:41: Das ist aber das gutes Bild, das ich jetzt so nicht mehr habe, das hier nicht direkt eingreift.

00:33:47: Die Krankheit muss es ja geben, oder ist klar, auch wenn es traurig ist.

00:33:51: Es war wirklich ein schwieriger Moment für mich, auch glaubensmäßig.

00:33:57: Und erst

00:34:00: von kurzem, wir gehen jetzt wieder zum Schreiben zurück, erst von kurzem ist dein erster Krimi rausgekommen, Mord im Belvedere und das ist eine Geschichte der Marina, das ist eine Staatsanwältin.

00:34:15: Warum eine Krimi von einer Staatsanwältin geschrieben über eine Staatsanwältin?

00:34:21: Ja, erstens denke ich, das ist das Neuliegend.

00:34:23: Ich weiss, was die machen.

00:34:25: Und zweitens ist es tatsächlich so, dass nicht wie in der meisten Krimi-Serie Polizisten alles machen.

00:34:32: Die Staatsanwaltschaften haben am Schluss vielleicht Geschwind informiert.

00:34:37: Also, ich habe dann alles das gemacht.

00:34:39: Sondern dass das wirklich ein Zusammenarbeit ist zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft.

00:34:44: Darum habe ich ein bisschen vom ganzen Traumetrain verfahren.

00:34:48: Es ist auch einfacher, um eine Staatsanwältin ins Zentrum zu stellen.

00:34:51: Du hattest

00:34:52: ja einen Diaboloist kennengelernt.

00:34:53: Stell dir mal vor, du hattest jetzt ein Krimi oder ein Buch über einen Tierärztin geschrieben.

00:34:57: Dann hättest du viel mehr in unseren Recherchieren.

00:34:59: Das ist ja so.

00:35:01: Wenn ich etwas nicht gerne mache, dann fahre ich.

00:35:03: Wenn es ein Tierärztin ist, dann finde ich, nein, um Himmel zu füllen.

00:35:06: Das kann so nicht sein.

00:35:08: Wie viel von dir steckt in der Hauptrolle?

00:35:12: In dieser Hauptfigur Marino, die eben auch Staatsanwältin ist?

00:35:16: Ja sicher, dieser Punkt, dass sie auch Staatsanwältin ist.

00:35:19: Das eine ist, dass sie nicht unbedingt ein Morgenmensch ist, bin ich auch nicht.

00:35:26: Selbst wenn ich jetzt eine neuneinhalb Monate alt bin.

00:35:31: Aber ich stelle immer noch nicht gerne wahnsinnig früh auf.

00:35:36: Das hat etwas.

00:35:39: Viel mehr ist jetzt von ihren Nichten, die meins sind.

00:35:43: Aber auch der Gleiche gibt es ganz viel von dir drin.

00:35:46: Auch in anderen Figuren von diesem Roman.

00:35:49: Wo hast du dich sonst noch nie gegeben?

00:35:53: Ja, genau.

00:35:54: Es gibt einmal eine Szene, in der ein Jugendlicher ... Sie erzählt, wie sie hier ganz alleine auf der Stege sitzt und in der Schule keine Freunde hat.

00:36:04: Das ist tatsächlich ein bisschen autobiografisch.

00:36:08: In meinem ersten Jahr im GIMI war das wirklich so, dass ich da nicht grosse Freunde gehabt habe.

00:36:17: Ich weiss auch nicht, wie modisch die Kleide war.

00:36:20: Bei mir war noch kein Thema in diesem Alter und da war ich für die anderen in der Wahnsinnig Interessant.

00:36:28: Mein Selbstbewusstsein war ziemlich im Keller in dieser Zeit.

00:36:32: Wie ist es so

00:36:34: gewachsen,

00:36:35: dass man heute einen Knall hat, die die Staatsanwältin haben?

00:36:38: Es hat sicher geholfen, dass ich dann die Schule gewechselt habe.

00:36:42: Es hat wieder wie von vorne angefangen.

00:36:45: Wir haben wirklich ... Ich hatte eine Superklasse.

00:36:49: Wir haben uns so gut verstanden.

00:36:50: Wir haben viel am Abend am See verbringt.

00:36:53: Wir haben immer eine Gitarre dabei.

00:36:55: Wir haben viel Musik gemacht.

00:36:57: Wir waren einfach zusammen.

00:36:58: Wir haben jetzt auch immer noch Kontakt.

00:37:01: Viele haben auch mein Buch gekauft.

00:37:03: Ich habe einen speziellen Widmig drin gemacht und so weiter.

00:37:08: In dieser Zeit habe ich dann auch entschieden, dass ich hier ausstudiere.

00:37:11: Das ist dann eigentlich in dieser Zeit rausgekommen.

00:37:16: Hast du noch einen

00:37:16: Tipp

00:37:17: für Leute, die im Moment auch so ein bisschen alleine auf den Stecken sitzen, die selbstbewusst im Keller unten haben?

00:37:25: Wie kommt man am besten durch diese Zeit durch?

00:37:27: Ich denke, der Gedanke daran, dass es völlig okay ist, jetzt einmal alleine zu sein.

00:37:32: Du musst nicht krampfhaft Freunde haben.

00:37:36: Also, dass du nicht denkst, ich werde weniger, weil ich jetzt alleine ansitze, nein, überhaupt nicht.

00:37:41: Du bist wertvoll.

00:37:42: Egal, wie viele Freunde du im Moment hast.

00:37:44: Und die werden automatisch kommen, es wird andere Zeiten geben.

00:37:48: Und vielleicht gerade durch das, wenn du durch das selbst viel aus die Entwicklung bist, vielleicht kommen sie dann gerade und sehen, ich könnte ja gar nichts an tun.

00:37:59: Und ja, gerade in den Schulwechsel kann ich eine neue Chance geben.

00:38:05: Als Staatsanwältin bist du mit so vielen schlimmen Sachen konfrontiert.

00:38:10: Und jetzt, du hast schon gesagt, du hast ein kleines Mädchen daheim.

00:38:14: Hat das Mädchen deine Sicht auf die Welt, aufs Leben noch einmal verändern?

00:38:19: Du weisst, was alles Schlims möglich ist, weil das dein Job ist.

00:38:24: Was hat es mit dir gemacht, jetzt ein kleines Mädchen zu haben?

00:38:28: Ja, ich habe schon das Gefühl, ich bin manchmal emotionaler.

00:38:32: Manchmal ist es ein bisschen konkreter als meine Tochter.

00:38:37: Etwas passiert.

00:38:39: Das sicher.

00:38:40: Ich denke mehr an sie direkt oder indirekt bei meinem Job.

00:38:45: Aber nicht, dass du so hyperkundrig wirst und denkst, ich muss sie wegen dem und dort.

00:38:51: Und ich muss mich wegen dem und dort besser schützen.

00:38:56: Dass du vor lauter Wissen, was alles Schlims kann, passieren.

00:39:00: Mit Angst durch das Leben gehst, das ist nicht der Fall.

00:39:03: Nein, zum Glück nicht.

00:39:04: Ja, genau.

00:39:05: Ich weiss, wie es uns vertrauen ist.

00:39:08: Aber wenn du an die Zukunft denkst, es ist ja im Moment nicht gerade so eine Frühlinge auf der Welt, sag ich jetzt mal, dass wir übertreiten sind.

00:39:17: Ja, ja, ja.

00:39:18: Im Moment ist es wirklich relativ schwierig, optimistisch zu sein.

00:39:22: Nicht vergessen, dass sich Medien vor allem auch auf die negativen Sachen stürzen.

00:39:28: Das ist doch ein wenig interessanter.

00:39:30: Es gibt auch so viele Positives von Zivil-Gurage, von Freiwilligen, was die alles machen.

00:39:37: Man darf das nicht vergessen, das ist auch so.

00:39:40: Es gibt auch die sogenannten Good News.

00:39:42: Es ist immer separat, spart, aber ich finde, es wäre doch super, wenn die Hälfte ausmachen

00:39:51: würde.

00:39:52: Anfang mit beim Job an.

00:39:55: Ziel in deinem Job?

00:39:59: Sicher vorläufig staatsanwältig bleiben.

00:40:02: Wir haben ein super Team.

00:40:04: In nächster Zeit würde ich nichts ändern.

00:40:09: Ziel

00:40:10: privat?

00:40:11: Ja, auch hier kann ich relativ viele Reiche sagen.

00:40:15: Ich bin sehr glücklich über meine Tochter.

00:40:18: Ja, möglichst einfach.

00:40:21: Einfach gesund bleiben, gesund und glücklich.

00:40:26: Ziel in Sachen Buchschreiben?

00:40:29: Ich bin jetzt am zweiten Band dran.

00:40:32: Gleiche Figur?

00:40:34: Die Marina

00:40:34: kommt

00:40:35: wieder.

00:40:36: Genau, auch gewisse andere Beteiligte.

00:40:39: Aber dann wieder neu.

00:40:41: Hier ist mein Ziel, dass ich das mit dem nächsten Jahr fertig bekomme.

00:40:47: Und dort hast du wieder ein Teil von dir drin?

00:40:50: Wenn ich das Buchliss habe, muss ich den Augen offen haben und sagen, was könnte jetzt Gabriela gesagt haben?

00:40:55: Wo könnte sie drin sein?

00:40:57: Da

00:40:57: könnte es durchaus die eine Zeit da sein oder die Erlebnisse da drin sein.

00:41:02: So spannend.

00:41:03: Danke vielmals.

00:41:03: Hast du uns in deinem Leben schauen lassen lassen?

00:41:07: Was wünscht man an einer Staatsanwältung?

00:41:09: Wenig Arbeit oder was?

00:41:11: Das wär mal öppes Jahr.

00:41:13: Wenig Arbeit, viel Erfolg.

00:41:15: Ich wünsch dir alles, was du dir auch wünscht.

00:41:17: Danke vielmals.

00:41:18: Alles Gute.

00:41:19: Danke schön, die Rabbefalls.

00:41:21: und auch Euer Immersiv ist dabei bei dem Podcast.

00:41:24: Wenn Ihnen gefallen hat, dann sagen Sie weiter, gebt uns ein Like und abonniert es.

00:41:28: Mit Gabriella konnte ich übrigens auch einen Fanschen zum Sonntag-Tag machen.

00:41:33: Der YouTube-Link zu der Sendung findet Ihr in den Shownotes.

00:41:36: Dort weise ich den Weg zu anderen Podcasts von RF-Media.

00:41:40: Ein manigfaltiger Straußergespräch und Themen.

00:41:44: RF-Media lebt von Spenden, jeder Batze hilft, dass wir noch mehr Podcasts und andere Produkte.

00:41:52: Spenden geht am Ringsten über den Link in der Show noch.

00:41:54: Danke vielmals.

00:41:55: Euch alles Gute und eine gemütliche Zeit.

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