Bernadette Lang – skandalöse Liebe

Shownotes

Bernadette Lang ist eine geweihte Jungfrau. Sie lebt in einer engen Beziehung mit Jesus. Wie bei einer üblichen Hochzeit gab sie ihm öffentlich ihr Ja-Wort. «Ich verzichte auf Sex, aber nicht auf emotionale Nähe und Intimität», sagt sie. Skandalös ist das für die junge Österreicherin nicht. Für sie ist es vielmehr eine Liebesgeschichte, die auf Gegenseitigkeit beruht. In dieser Podcast-Folge erzählt sie ihre Geschichte.

Host und Autor: Martin Diener

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ehrlich gesagt, ich hatte auch Angst, dass ich ins Kloster gehen müsste und mich langweilig anziehen muss.

00:00:06: Ich hatte Sorge, ein Kloster war für mich langweilig.

00:00:09: Und so hatte ich Sorge, dass ich Klosterschwester werden müsste.

00:00:18: Das Hoch-Sieg.

00:00:25: Man verspricht einem Partner oder einer Partnerin ewige Liebe.

00:00:28: Denen ein grosses Fest mit Familien und Freunden, mit Fotoschutting und Essen.

00:00:33: Genau so einen Feier hatte die Österreicherin Bernhard in den langen Jahr-Zweige-Zweige-Zwei-Zwenzig gehabt.

00:00:39: Alles dabei, außer den Brüten.

00:00:41: Sie hat quasi Jesus geholfen und ist jetzt gewählte Jungfrau.

00:00:47: Herzlich willkommen, Bernadette.

00:00:49: Ich freue mich.

00:00:50: Zuerst grade, was ist eine geweihte Jungfrau?

00:00:54: Ja, das ist eine gute Frage.

00:00:56: Also, eine geweihte Jungfrau ist jemand, der sagt, ich gehöre Gott mit meinem ganzen Leben und zwar einschließlich auch meinem Herzen.

00:01:05: Ich werde nicht heiraten, sondern Jesus ist mein Preutigam.

00:01:08: Und ich lebe in der Welt Gottgewalt quasi wie eine ... Kloster Schwester, aber mein Kloster ist die Welt.

00:01:17: Warum macht man das?

00:01:19: Warum, sagt man, mein Herz gehört nur dir, Jesus?

00:01:23: Ja, also da braucht es natürlich auch die Erfahrung, dass Gott uns extrem liebt.

00:01:28: Und ich verstehe, dass viele Menschen diese Erfahrung nicht gemacht haben.

00:01:32: Ich hatte wirklich dieses Privileg, dass Jesus in mein Leben gekommen ist und er gesagt hat.

00:01:38: Hey, möchtest du mir gehören?

00:01:40: Ja, das war eine sehr besondere Erfahrung.

00:01:43: Und aufgrund dessen habe ich gemerkt, okay, da ist eine Einladung und zwar auch zu einer gewissen Exklusivität, nämlich im Rahmen des gottgewerten Lebens.

00:01:52: Und ich weiß, es ist eine Entscheidung, die für viele nicht nachvollziehbar ist oder wo Leute sagen, wie kannst du so radikal einfach deinen Glauben leben, dass du nicht heiratest, weil du Gott gehören willst, du kannst auch heiraten und Gott gehören.

00:02:06: Ich weiß, dass das auch möchte.

00:02:07: möglich ist.

00:02:08: Aber gleichzeitig habe ich gemerkt, hier ist eine Einladung, dass ich Jesus alleine gehören kann.

00:02:16: Und gleichzeitig ist es aber mein Wunsch geworden, diese Antwort auch so zu geben, dass ich gemerkt habe, okay, ich habe es oft getestet, aber auch gemerkt, ja, da ist wirklich in mir etwas, das sagt, ich möchte das.

00:02:30: Ich möchte so gerne Jesus Allein gehören.

00:02:32: Ich möchte mein ganzes Herz immer allein zur Verfügung stellen in einer gewissen Exklusivität.

00:02:38: Das Porre gesagt, Jesus ist in dein Leben gekommen.

00:02:43: Was heißt das?

00:02:44: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:02:45: Ja, also ich bin katholisch sozialisiert aufgewachsen auf einem Bauernhof in Österreich.

00:02:50: Wir sind am Sonntag in die Kirche gegangen.

00:02:52: Meine Eltern waren sehr wichtig, wir sind vier Kinder und ich bin die älteste.

00:02:57: Und für mich war die Kirche am Sonntag immer extrem langweilig und dadurch habe ich auch gedacht, Gott ist so langweilig, ich will mit Gott euch nichts zu tun haben.

00:03:06: Diese eine Stunde muss ich überleben, dann habe ich hundertsechzig Stunden frei von Gott.

00:03:10: Also das war so ein bisschen mein Kontext und gleichzeitig habe ich aber dann auch gemerkt, dass mir etwas gefehlt hat, weil ich war wirklich als Teenager zum Beispiel extrem schüchtern.

00:03:22: Ich hatte so viele Minderwertigkeitskomplexe, so sehr, dass ich mir oft die Frage stellte, warum lebe ich überhaupt und wer es nicht besser, ich würde nicht leben.

00:03:29: Also auch zu diesen Selbstmorgedenken und so.

00:03:31: Und da hat mich eine Freundin eingeladen zu einem Jugendfestival nach Bosnien mitzukommen, nach Medjugorren-Wahlfahrtsort.

00:03:38: Und ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

00:03:41: Ich war vierzehn.

00:03:42: Ich hab gedacht, gut, meine beste Freundin ist dabei.

00:03:45: Wir fahren nach Bosnien als Meer.

00:03:47: Der Rest ist mir egal.

00:03:48: Okay, ich steige in einem Bus mit neunzig Jugendliche ein und gut, dann ging es los und fahren wir dort hin und wir kommen an diesen großen Platz mit vierzigtausend Menschen und sie hatten alle Fahnen und Flakken in den Händen und irgendwie war da schon eine besondere Atmosphäre.

00:04:05: Und das, was dann passiert, es waren Vorträge, Musik und so weiter.

00:04:08: und dann wurde auch ein Gottesdienst gefeiert, also eine heilige Messe und ich kann mich erinnern, dass es waren viele Priester in weißen Gewässern.

00:04:16: und ein Priester und eine weiße Scheibe Brot genommen und hat gesagt, das ist mein Leib, der für dich oder für euch hingegeben wird.

00:04:24: Und ich habe diese Worte sehr oft gehört in meinem Leben, weil ich habe mich gefragt, okay.

00:04:27: Was ist es eigentlich, was er sagt?

00:04:30: Und ja, in dem Moment ist es so etwas wie, ich will sagen, Schuppen von den Augen gefallen oder so wie ein Wasserfall in mein Herz, das ich gemerkt habe, da ist jemand, der interessiert sich für mich und ich habe gewusst, Gott, er existiert.

00:04:44: Und das Zweite, was wie eine Erkenntnis in mein Herz gefallen ist und ich brauchte keine Argumente dafür, das war Gott, er liebt mich bedienungslos.

00:04:52: Und ich muss sagen, zu der Zeit, ich habe sehr viele Masken getragen.

00:04:56: Also ich habe immer versucht, den Menschen zu gefallen, der halt gerade vor mir stand.

00:04:59: Und das war, weil ich so wenig Selbstwertgefühl hatte.

00:05:02: Ich habe immer gedacht, ich bin zu wenig.

00:05:03: Wenn Leute wirklich wissen, wer ich bin, dann bin ich nicht liebenswert.

00:05:06: Und es war so tief eine Lüge in meinem Herzen drin, dass ich so quasi dann versucht, immer perfekt zu sein und allen zu gefallen.

00:05:13: Und dabei habe ich mich aber eigentlich selbst verloren.

00:05:15: Ich wusste nicht, wer bin ich eigentlich.

00:05:18: Und das, was in diesem Moment passiert ist, ist, es war Gottes gekommen, der gesagt, ich liebe dich aufgrund deiner Existenz.

00:05:24: Und das war wie eine Duft von Abenteuer, die an meine Nase gestiegen ist, und ich dachte, wow, okay, spannend.

00:05:28: Also, wenn Gott so ist, okay Gott, ich gebe dir zumindest eine Chance.

00:05:32: Und da bin ich heim, hab angefangen, die Bibel zu lesen und zu beten, eine Jugendgruppe mit meiner Schwester gemeinsam zu starten.

00:05:38: Und so bin ich irgendwie ein bisschen in dieses kirchliche Leben hineingewachsen.

00:05:42: Aber das heißt ja noch nicht, dass man dann geweihte Jungfrau wird.

00:05:45: So, da ist es noch ein bisschen weg, ne?

00:05:47: Ja, das stimmt, genau.

00:05:48: Das war dann ein Jahr später, bin ich wieder dort gelandet.

00:05:51: Und da war es noch einmal.

00:05:52: dann eine sehr intensive Erfahrung, Lobpreis und Gebet.

00:05:56: Und dann plötzlich knie ich da mit Tausenden von jungen Menschen und... dann plötzlich war diese Frage meinem Herzen.

00:06:06: Willst du mir gehören?

00:06:07: Und diese Frage hat mich erschrocken.

00:06:09: Ich wusste nicht, was soll ich sagen, weil ich habe gewusst irgendwie intuitiv und ich kann das nicht erklären, warum ich das wusste.

00:06:15: Ich werde nicht heiraten, wenn ich da ja sage.

00:06:17: Und ich dachte, natürlich will ich heiraten.

00:06:20: Die Stille

00:06:20: ist vorhergekommen, die hast du nur gehört.

00:06:22: Es war so wie eine innere Stimme meinem Herzen und ich wusste.

00:06:26: Diese Frage kommt von Jesus.

00:06:28: Das war mir irgendwie klar.

00:06:29: Und es hat auch keine Zweifel gelassen.

00:06:32: Und ich war so irritiert von dieser Frage, dass ich sie aber zur Seite geschoben habe und gedacht habe, ich kann da nicht hinspüren.

00:06:38: Das ist diese Bereitung im Herz.

00:06:39: Ich muss das irgendwie abtrennen.

00:06:41: Ich kann mir diese Frage nicht stellen.

00:06:42: Die ist zu heiß, ist zu prekär.

00:06:45: Ehrlich gesagt, ich hatte auch Angst, irgendwie, dass ich ins Kloster gehen müsste und mich langweilig anziehen muss.

00:06:51: Und also, ich hatte Sorgen.

00:06:52: Kloster war für mich langweilig.

00:06:54: Heute weiß ich.

00:06:55: viele tolle Schwestern und so, dass Kloster auch ein spannender Ort ist.

00:06:59: Aber es war nicht für mich der Ort.

00:07:01: Und so hatte ich Sorge, dass ich Klosterschwester werden müsste.

00:07:05: Zwischenfrage.

00:07:06: Gute Dienst heute immer noch langweilig?

00:07:08: Nein, mittlerweile nicht.

00:07:10: Also ich verstehe, wenn Leute sagen, ich check gar nix und es ist langweilig.

00:07:15: Mittlerweile für mich ist es... so geworden, dass es für mich eine Quelle ist, wo meine Beziehung genährt wird und wo ich weiß, da kann ich Jesus in einer sehr großen Intimität begegnen.

00:07:25: Also insofern ist für mich die Heiligemäß ein tiefes Geheimnis geworden, ein hineintauchen in eine mystische Atmosphäre.

00:07:32: Da gibt es natürlich viele Formeln und vieles ist unverständlich.

00:07:36: Aber ich habe auch Theologie studiert und natürlich, wenn man dann ein bisschen tiefer hineinwächst, merkt man, wow, da öffnet sich so etwas wie ein Vorhang in eine andere Welt.

00:07:45: Auf die Intimität kommen wir noch zu sprechen.

00:07:47: Ich möchte zuerst noch mal schnell die To-Do's und die Not-To-Do's von einer gewalten Jungfrau.

00:07:54: Was

00:07:55: heißt das?

00:07:56: Ja, also das eine ist, wir leben ein Leben in einer tiefen Verbindung mit Jesus, so wie ein Preutigam.

00:08:05: Und man kann sich vorstellen, dass es ist ein Bund, den wir eingehen und so leben wir auch in einer gewissen Verwiesenheit.

00:08:13: Das heißt, unser ganzes Leben richten wir nach Jesus aus und versuchen unseren Alltag mit ihm zu gestalten.

00:08:19: Das beginnt in der Früh mit den Gebetszeiten.

00:08:23: Ich habe auch diese Überpflichtung des Stundengebets, ich bete die Laudes und die Vesper, das sind Teile der Psalmen.

00:08:29: Kenne ich nicht,

00:08:29: was ist

00:08:30: das?

00:08:30: Ja, also das sind eigentlich die Psalmen.

00:08:32: Also die Mönche, die Wüstenväter haben auch schon angefangen, diese Psalmen einfach zu rezipieren, diese Hundertfünfzig Psalmen.

00:08:39: Und jetzt ist es ein bisschen aufgeteilt, es ist nicht jeden Tag Hundertfünfzig, aber schon zwei, drei und so.

00:08:45: Und im Grunde ist es einfach so.

00:08:46: dieses Einüben in die Gegenwart Gottes und die Worte aus der Bibel helfen uns dabei.

00:08:51: Und dann gehe ich nach... auch in die heiligemäße.

00:08:53: und ich habe auch aber meine persönliche gebetszeit wo ich dann auch gottfrage gott was möchtest du mir heute sagen was sind deine gedanken?

00:09:01: und ich lese in der bibel und ich merke wie sein wort lebendig wird.

00:09:05: also da gibt es zum beispiel einen psalm.

00:09:06: da heißt es her du hast mich erforscht und erkannt.

00:09:10: wenn wir dann in der sebreche schauen was dieses wort erkannt für sich erkennen bedeutet das steht dieses wort ja da aber das wird auch wieder ein sexuellen beischlaf verwendet.

00:09:20: also das heißt wir haben sehr tiefe Verbindung von dieser tiefsten Form der Intimität, wo Gott auch in unser Herz kommen möchte, in diese ganz tiefen Teile unserer Identität.

00:09:32: Das sind jetzt die Dusse gewesen, was du machen musst als geweite Jungfrau.

00:09:37: Was darfst du nicht?

00:09:38: Ja, es ist ein Lebensstil von Freiheit, muss man sagen.

00:09:40: Es ist auch etwas, was ich gerne machen will.

00:09:43: Ich fühle das nicht so sehr als Flast oder Verpflichtung, sondern wirklich als eine Einladung.

00:09:49: Was darf ich nicht oder was soll ich nicht, wenn ich geweite Jungfrau bin?

00:09:52: Ja, mit einem Mann schlafen.

00:09:54: Weil dann hebt meine Berufung auf.

00:09:56: Ich bin eine geweite Jungfrau.

00:09:58: Das heißt auch, die Natur ist voraussetzt.

00:10:01: für diese Berufung, also dass ich im natürlichen, körperlichen Jungfrau bin, ist eine Voraussetzung dafür, dass ich sage, ich möchte mein Herz wirklich nur einem Mann schenken und es ist Jesus Christus.

00:10:15: Da höre ich jetzt schon gewisse Leute, die sagen, ah, die hat einfach noch nie einen guten, tollen Mann kennengelernt.

00:10:23: Was sagst du dazu?

00:10:24: Ja, das sagen mir immer wieder Leute, naja, da muss man richtig kennenlernen, dann wirst du dich schon noch ordentlich verlieben und dann ist das ja ledig zu.

00:10:32: Ich muss sagen, ja, ich habe mich schon oft auch verliebt.

00:10:34: Ich hatte auch schon verschiedene Männer, wo ich gedacht habe, ja, der ist wirklich ein toller, attraktiver junger Mann, es wird schon passen.

00:10:42: Und gleichzeitig habe ich gemerkt, irgendwie kann zwar mich verlieben, nach romantischen Momenten mich sehnen und so weiter, aber... Eigentlich möchte ich gar nicht wirklich voll Ja sagen.

00:10:54: Ich möchte eigentlich nicht verheiratet sein mit Kindern, weil ich den Eindruck habe, es ist nicht meine erste Berufung.

00:11:01: Ja, so ich würde sagen natürlich, ich habe diese Freiheit oder ich hatte auch diese Freiheit zu sagen, ich möchte heiraten und Kinder bekommen.

00:11:08: Aber ich merke, dass es für mich viel mehr kosten würde, weil ich glaube ich als tiefere Berufung das habe, dass ich für viele Menschen da bin, dass ich auch sehr flexibel sein kann, dass ich sehr viel... unterwegs sein kann.

00:11:20: Es würde mich sehr viel kosten an einem Ort gebunden zu sein, Mama von vielleicht drei, vier Kindern oder so ähnlich und mit einem Mann verheiratet zu sein.

00:11:28: Ja, und so merk ich, okay, Gott hat mir dieses Geschenk gemacht, dass er gesagt hat, hey, möchtest du mir gehören?

00:11:34: Und natürlich die Affektion, die Emotionen sind ja nicht einfach weg, sondern wir sind Menschen auch mit unseren Emotionen.

00:11:43: Und Ich hatte auch eine Situation, wo ein junger Mann gekommen ist und er gesagt, hey, ich habe mich in dich verliebt.

00:11:51: Und wie kannst du dir nicht was vorstellen?

00:11:53: Und das war natürlich auch ein gewisser längerer Prozess von kennenlernen.

00:11:56: Aber schlussendlich muss ich sagen, ich habe mich auch sehr stark in ihn verliebt.

00:12:00: Und ja, ich habe gedacht, gut, ich würde sehr gerne Zeit mit ihm verbringen.

00:12:06: Und es war auch schön irgendwie mit ihm und diese romantische Dimension.

00:12:10: Aber schlussendlich, was ich gleichzeitig... immer auch gespürt habe.

00:12:14: Mein Herz ist geteilt.

00:12:15: Ich konnte ihm nie mein ganzes Herz schenken.

00:12:17: Und es war so, dass ich gesagt habe, okay, vielleicht bin ich einfach zu bequem geworden mit meiner Beruffung.

00:12:22: Es ist ja manchmal auch einfach alleine zu sein.

00:12:25: Und ich lebe in einer Gemeinschaft.

00:12:27: Ich habe auch viele Freundschaft.

00:12:28: Ich fühle mich nicht einsam.

00:12:29: Vielleicht bin ich einfach nur bequem geworden.

00:12:31: Ich nehme ein weißes Blatt Papier.

00:12:32: Ich prüfe jetzt noch mal alles.

00:12:34: Ich stelle alles in Frage.

00:12:36: Und ich denke jetzt einfach ehe und so weiter.

00:12:38: Und ja, ich hatte diesen guten Anlass mit diesem jungen Mann.

00:12:42: Und er gesagt, ich komme ein Monat und wir testen das mit dir.

00:12:44: Und so, ja, okay, gut, ich will gerne mit der Zeitverbringe machen, wir das.

00:12:48: Es war eine sehr schöne Zeit, aber auch eine sehr herausfordernde Zeit.

00:12:52: Und was war so schwer?

00:12:53: Ich hatte so diesen Schmerz, ich wusste, ich werde so tief enttäuschen.

00:12:57: Ich kann nicht ja sagen zu ihm, weil ich immer das Gefühl habe, Ich könnte nicht mein ganzes Herz schenken.

00:13:04: Ich könnte ihm nur maximal ein halbes Herz schenken.

00:13:06: Und das wird einer Ehe auch nicht gerecht.

00:13:09: Das ist fast ein bisschen unfair so.

00:13:12: Und das war natürlich mit sehr vielen Ringen und Camp und so weiter verbunden auch mit vielen Tränen.

00:13:17: Obwohl es eine sehr schöne Zeit war, da muss ich schlussendlich sagen, habe ich gemerkt, ich muss irgendwie dem treu sein, was so meine tiefe innere Sehnsucht ist.

00:13:25: Und ich habe gemerkt, Damit ist diese Freiheit wiedergekommen.

00:13:29: Ich habe gemerkt, wow, das ist es eigentlich, wofür ich leben möchte.

00:13:33: Ich habe diese Einladung bekommen.

00:13:35: Ich kann nicht einfach Nein dazu sagen.

00:13:40: Aber

00:13:40: der Mensch ist Körper, Seele und Geist.

00:13:42: Und da gehört Körper auch dazu.

00:13:44: Der Mensch ist auf ein Visa wie ein Gegenüber.

00:13:47: Zärtlichkeit, Nähe, Intimität, Sexualität.

00:13:52: Das ist bei dir komplett gestrichen, ist auch gemein von Gott.

00:13:56: Ja, ich will sagen, nein, also es ist nicht komplett gestrichen, weil also wenn ich glaube, dass Gott der Erfinder von Sex ist und von Intimität und so weiter, dann muss ich davon ausgehen, dass er mich auch wirklich in der Tiefe meines Herzens und Wesens erfüllen kann.

00:14:10: Das glaube ich wirklich.

00:14:12: und so würde ich auch sagen, Ich verzichte nicht auf Intimität.

00:14:16: Weil Leute denken, du hast keinen Sex, also du hast keine Intimität.

00:14:20: Wir sagen, nein, es gibt einen Unterschied.

00:14:22: Wenn ich auf Sexualität verzichte, dann verzichte ich nicht automatisch auf Intimität.

00:14:26: Weil Intimität hat noch mal mehr Dimensionen.

00:14:29: Also angefangen von mentaler Intimität.

00:14:32: Wenn man einfach nur Informationen austauscht, ist es schon eine Form von Intimität, körperliche Intimität.

00:14:36: Ich kann jemand umarmen, ohne dass ich irgendwie sexuelle Gefühle dabei habe.

00:14:40: Sondern wenn ich meine Freunde oder meine Mama umarme.

00:14:43: Okay, dann ist es eine körperliche Form der Intimität.

00:14:46: Dann natürlich die emotionale Intimität, das heißt diese Austausch von Gefühlen, von tiefen Gedanken usw.

00:14:53: die natürlich.

00:14:54: ich verzichte auf sexuelle Intimität, aber dann gibt es noch die spirituelle Intimität, die ich umso mehr pflege, das heißt eine Verbindung mit Gott.

00:15:04: Da würde ich sagen, ja Gott, er hat uns seinen Geist gegeben und wir können eins werden mit seinem Geist in eine sehr, sehr, sehr tiefen Form, die Intimität.

00:15:13: Dies natürlich auch.

00:15:14: in der Ehe haben wir auch unterschiedliche Formen, also da reicht nicht nur die körperliche oder sexuelle Intimität, sondern es braucht auch diese Emotionen.

00:15:22: Verbundenheit und auch im besten Fall sogar eine spirituelle Verbundenheit.

00:15:28: Probier mal die Intimität mit Jesus zu beschreiben.

00:15:34: Ja, das ist ein bisschen schwer zu beschreiben, weil es wäre ungefähr so, wenn ich sage, bitte beschreiben wir die... Liebe zu deiner Frau oder so.

00:15:41: Also da kann man sagen, ja, wie sie mich liebt.

00:15:44: Es ist wunderschön und so.

00:15:46: Also ich würde sagen, es ist natürlich sehr...

00:15:47: Aber da kann man sich was vorstellen.

00:15:48: Da kann man sich was vorstellen.

00:15:50: Intimitäten Jesus ist wirklich was Geistliches?

00:15:54: Oder ist es auch körperlich bei dir?

00:15:57: Also es ist in dem Sinn nicht so sehr die körperliche Ebene.

00:16:01: Ich würde sagen, es ist ein sehr tiefes geliebt, wissen und auch ein Gegenüber.

00:16:07: Also ich merke, da ist jemand, der sieht mich und der liebt mich extrem und... Ich kann mit ihm reden, er gibt mir seine Gedanken, er spricht zu mir, er ist präsent, er agiert man mal durch Umstände, auch durch andere Menschen, vor allem aber, wenn ich eben meine persönliche Gebetzeit mit ihm habe.

00:16:30: Also insofern, ich würde sagen, es ist wie eine sehr extreme Tiefe Verbundenheit mit jemand, von dem ich dem ich weiß, das ist die Botschaft des Christen und er hat sein Leben für mich gegeben und er hat seinen Körper gegeben.

00:16:44: dass es mein Leib, der für dich hingegeben ist, ist ja das auch, was der Mann eigentlich zu seiner Frau im sexuellen Akt sagt.

00:16:51: Das ist mein Leib, der für dich hingegeben wird und die Frau sagt das zu ihrem Mann.

00:16:54: Das ist mein Leib, den ich für dich hingebe jetzt.

00:16:56: So quasi, okay, es ist ein Akt von Liebe und so würde ich sagen, ist hier ein Gott, der sagt, ich gebe mein Leben für dich, ich gebe meinen Leib, ich habe einen Leib und den gebe ich jetzt für dich.

00:17:07: Und so würde ich auch sagen, ist mein Leben eine Answort.

00:17:12: Diese Intimität braucht diesen geheimen Raum, aber sie wird auch sichtbar in dem, wie ich meine Tag gestalte und so, dass ich sage, ich habe hier eine Verfügbarkeit.

00:17:21: Ich bin da für jemand, nämlich der, der jetzt vor mir ist oder der zu mir kommt für ein Gespräch oder für den ich Verantwortung genommen habe auf viele junge Menschen.

00:17:32: Ich möchte jetzt einfach da sein und ich möchte dir sagen, Gott, er liebt dich einfach extrem.

00:17:38: Jesus ist ein Breutigant, das stöhnt so faszinierend und irritierend gleichzeitig.

00:17:44: Was kriegst du für Reaktionen?

00:17:47: Interessanterweise sind die Leute sehr auf mir gegenüber.

00:17:51: Ich weiß jetzt nicht, was sonst hinter meinem Rücken läuft, aber grundsätzlich habe ich recht positive Gespräche auch dadurch.

00:17:59: Gerade wenn ich dann auch tiefer ins Gespräch komme, eben über diese Dimension der Sexualität, weil mir vorkommt, wir leben schon in einer sehr übersexualisierten Gesellschaft.

00:18:10: Das heißt, die Sexualität wird sehr groß geschrieben und auch ein bisschen so die Verheißung des Glücks.

00:18:14: Gleichzeitig muss ich sagen, es ist nicht dieses Paradigma jetzt unbedingt allgemein gültig, je mehr Sex ich habe, umso glücklicher bin ich.

00:18:22: Sonst müsste man sagen, die Prosedurten sind die glücklichsten Menschen auf diesem Erdball.

00:18:25: okay ist nicht der Fall.

00:18:27: Also das heißt, es ist nicht einfach eine direkte Verbindung zwischen Sex und Glück, obwohl das schon in unserer Welt teilweise suggeriert wird.

00:18:35: Also deswegen sage ich, meine Botschaft ist, ich kann ein extrem erfülltes Leben leben ohne den sexuellen Ausdruck von Intimität.

00:18:46: Wie hat dein Umfeld reagiert, als Bernadette gesagt hat?

00:18:50: So, ich bin nochmal weg und ich gehöre da mal nur.

00:18:54: Zu Jesus Verständnis.

00:18:55: Also deine Eltern möchten vielleicht auch Enko Kinder, ich weiß doch nicht.

00:18:59: Wie hat das Umfeld reagiert?

00:19:00: Also das war für mich am Anfang relativ schwierig, weil über lange Zeit habe ich das als mein Geheimnis gehütet, weil ich habe mir eigentlich niemand getraut, das zu sagen, beziehungsweise es brauchte auch diesen Raum der inneren Entfaltung.

00:19:12: Und ich glaube, wenn mich zum falschen Zeitpunkt jemand gefragt hätte, willst du ein Klosterschwester werden?

00:19:16: Ich wäre davon gerannt in die andere Richtung und gesagt, ich will nix von dem wissen.

00:19:20: Also es war quasi schon ein prekäres kleines Pfle... das erst wachsen musste.

00:19:25: Aber dann irgendwann war der Moment, ich habe es erst nur den Männern gesagt, die mich gefragt haben, ob ich in eine Beziehung gehen will.

00:19:31: Und ich habe gesagt, ich muss ganz ehrlich sein, ich habe den Eindruck, irgendwie es ist eine Einladung, die Jesus mir gegeben hat und ich möchte eigentlich ja sagen zu dem.

00:19:39: Und irgendwann als dann das schon ja bei mehreren Männern der Fall war, dann hat man einer gesagt, ja jetzt kannst du es auch ein bisschen öffentlich machen, dann muss ich jeder quasi extra zu dir kommen, er hat sich geärgert.

00:19:51: Das verstehe

00:19:51: ich auch.

00:19:52: Wenn Jesus mich ausstechen würde, dann hätte ich auch Probleme.

00:19:57: Ja, aber jedenfalls war es dann so, dass ich zum Priester gegangen bin und habe gesagt, ich habe das in meinem Herzen und dann habe ich angefangen auch ein privates Versprechen zu machen.

00:20:05: Aber so muss ich sagen, okay, dann hat er gesagt, okay.

00:20:08: Du kannst das machen.

00:20:10: Wenn du möchtest, dann erzähl auch deine Geschichte.

00:20:13: Und so habe ich in der Gemeinschaft, zu der ich auch gehöre, Loreto Gemeinschaft, eine charismatisch-katholische Gemeinschaft, an einem Wochenende.

00:20:20: Es waren knapp dreihundert Leute.

00:20:22: Meine Geschichte erzählte, ich möchte einfach ein privates, persönliches Versprechen machen.

00:20:27: Ich möchte das einfach mal für ein Jahr ausprobieren.

00:20:29: Und das habe ich gemacht.

00:20:30: Und das war natürlich eine große Hürde.

00:20:32: Und bevor ich dieses eine Versprechen gemacht habe, habe ich gewusst, ich muss das meinen Eltern sagen.

00:20:36: Und ich wusste nicht, wie.

00:20:37: ich habe in einem Brief ... geschrieben und dann hat mich meine Eltern angerufen.

00:20:40: Sie haben gesagt, ja, Bernadette, wir... Danke dir, dass du uns das gesagt hast.

00:20:44: Und ja, wir sehen, dass Gott auch mit deinem Leben etwas vorhat.

00:20:48: Und sie waren eigentlich sehr positiv.

00:20:49: Und es ist wirklich ein Stein von meinem Herzen gefallen, weil ich natürlich schon auch Angst hatte, enttäuscht zu werden und auch Freunde zu verlieren.

00:20:56: Wobei, meine Freunde haben alle gesagt, okay, wir sehen das.

00:20:59: Wenn das dich glücklich macht, wir unterstützen dich.

00:21:02: Und dann war noch mal eine Hürde, auch meine Verwandten oder Leute aus meinem bisschen früheren Bekanntenkreis, die das nicht so mitbekommen habe, dass ich mich so in katholischen Kreisen bewege.

00:21:13: Das war natürlich eine sehr große Hürde, aber da war ich auch überrascht, dass die Leute mir gegenüber zumindest recht wohlwollend reagiert haben.

00:21:23: Ich kenne Mönche, die waren im Kloster.

00:21:26: Die haben auch gesagt, forever, für immer, lebenslang.

00:21:31: Heute sind sie verheiratet und haben Kinder.

00:21:34: Was passiert bei dir, wenn morgen dein Traumprinz ... Muss ja nicht auf einen weißen Rössel kommen.

00:21:41: Aber was, wenn du dich richtig hart verliebst?

00:21:45: Also ich weiß, dass wir Emotionen haben, aber gleichzeitig ist das für mich eine Entscheidung.

00:21:52: Weil ich weiß, man kann nicht einfach nur eine Ehe nur auf Gefühle aufbauen.

00:21:57: Und so würde ich auch sagen, meine Lebensentscheidung ist nicht einfach nur auf Gefühle aufgebaut.

00:22:02: Also ach ja, jetzt mal Jesus und okay, kommt der nächste.

00:22:05: Ja, verliebe ich mich in den und dann ist es jemand anderer.

00:22:08: Das kann nicht die Basis von einer Lebensentscheidung sein.

00:22:11: Und so sehe ich das auch.

00:22:12: Natürlich kann es sein, dass ich mich verliebe.

00:22:14: Das wird wahrscheinlich am ersten passieren, wenn ich meine Zeit mit Jesus vernachlässige.

00:22:18: Also wenn ich keine persönliche Datingzeit mit Jesus habe, dann ist es leichter, dass unsere Gefühle sich woanders anhängen und irgendwo eine Erfüllung suchen und eine Quelle von Sättigung.

00:22:30: Das kann passieren, aber das heißt nicht gleich, dass ich meinen Entscheidungen gleichs revidiere, sondern muss ich auch dann überlegen, okay, wie kann ich mit meinen Gefühlen umgehen, so dass ich sie wieder ein bisschen einfange und dass ich das lebe, was ich eigentlich leben will.

00:22:41: Und das habe ich über sehr lange Zeit fast mein halbes Leben geprüft und ich muss sagen... Jetzt, ich bin sehr glücklich, in diesen letzten drei Jahren, wo ich diese Jungfernweihe so quasi jetzt in der Ausfaltung jeden Tag leben darf, muss ich sagen, ich habe keinen einzigen Tag bereut.

00:22:59: Ganz im Gegenteil, also ich denke, ich freue mich extrem und ich weiß auch, es ist mein Weg.

00:23:05: Ich weiß, dass Jesus will, dass ich extrem glücklich leben kann und extrem erfüllt leben kann.

00:23:10: Und das ist für mich der Fall.

00:23:12: Insofern, ich habe jetzt keine Angst.

00:23:14: Also selbst wenn ich sage, okay, hier ist jemand, der gefällt mir oder so.

00:23:18: Ich muss sagen, ja, aber dann ist es auch... Ich habe die Zügel meiner Emotionen auch in der Hand, nämlich durch meine Entscheidung.

00:23:26: Und trotzdem tönt es für unsere Ohren nach Verzicht.

00:23:32: Du verzichtest auf Kinder, auf... Körperliche Nähe, wie gehst du mit dem Verzicht um?

00:23:39: Also für mich ist der Verzicht jetzt nicht so groß.

00:23:41: Also ich muss sagen, ich liebe Kinder, ich mag Kinder sehr gerne.

00:23:45: Ich habe auch zwei Schwestern, die beide insgesamt neun Kinder haben.

00:23:50: Also sehr viele Neffen und Nichten, also die sind ja zwischen null und neun.

00:23:55: Also das ist wirklich auch sehr schön, wenn ich da komme und dann Zeit mit ihnen verbringen.

00:23:59: Und gleichzeitig muss ich sagen, also für mich ist das ein guter Weg, also dass ich irgendwie für Kinder da sein kann, ab und zu, da auch manchmal ja in der Kinderkirche, ich habe ab und zu mal eine Gelegenheit.

00:24:08: irgendwie mit Kindern zu sein.

00:24:10: Also ich merke, ich kann viel von ihnen lernen und gleichzeitig merke ich auch, es ist jetzt nicht meine... Berufung, dass ich leibliche Kinder habe.

00:24:18: Ich denke schon, dass eine Berufung zur Mutterschaft grundsätzlich auch im Gott geweihten Stand da ist, also für Frauen.

00:24:25: Und ich habe auch diese Berufung zur geistlichen Mutterschaft.

00:24:28: Also das heißt, ich bin für andere da, ich schaue, wie kann ich einen Rahmen schaffen und in meinem Fall sind es junge Leute, junge Erwachsene, in dem sie blühen können, in dem sie ihre Identität mehr entdecken können, auch in dem ihre Wunden und Verletzungen auch emotional... nationale Verletzungen heilen können.

00:24:46: Und das habe ich ja zum gewissen Grad auch zu meinem Job gemacht.

00:24:49: Aber gibt es diese Momente, wo dich wieso die Last des Verzichts zu überfahren droht?

00:24:58: Du weißt es.

00:24:59: ich meine, wenn man hier sitzt und sagt, ah das, das habe ich nicht, das habe ich nicht, auf das muss ich verzichten, das ist eigentlich die Idee, dass es so und so läuft.

00:25:08: Was machst du dann?

00:25:09: Oder gibt es das gar nicht?

00:25:10: Also in dem Sinn habe ich das ehrlich gesagt nicht.

00:25:13: Es ist eher so, weil ich so eine Erfüllung darin gefunden habe.

00:25:18: Ich sehe nicht den Verzicht.

00:25:19: Und

00:25:20: es ist auch ein Segen, wenn man sich nicht immer vergleicht.

00:25:22: Ja, absolut.

00:25:24: Ich verstehe zum Beispiel, ich kenne auch Fälle von Priestern, die ihr Priestum verlassen haben oder auch Mönchen.

00:25:30: Und ich sehe, dass es manchmal auch, wenn das Umfeld nicht eine gewisse Stabilität bringt, wo das ausgeglichen wird.

00:25:38: Also ich weiß zum Beispiel, ich... Ich habe sehr viele gute Freunde und nicht viel, aber ein paar enge, gute Freunde, wo ich sehr ehrlich und sehr echt sein kann.

00:25:46: Und ich merke, dass das für mich extrem wichtig ist.

00:25:50: Also wo ich wirklich eine emotionale Intimität auch leben kann.

00:25:54: Wenn ich das nicht hätte, ich glaube, das würde es sehr viel schwieriger machen.

00:25:56: Und das, was wir auch sehen, im pastoralen Kontext ist eine Überlastung, sehr viel Arbeit.

00:26:02: Und dann gibt es zum Beispiel auch viele Priester, die dann allein im Pfarrhöfen leben.

00:26:06: Und dann ist es sehr naheliegend, dass man sagt, ich brauche irgendjemand.

00:26:08: Und dann gibt es eine Frau und dann geht das halt sehr schnell.

00:26:11: Also ich sehe, dass wir hier auch schon ein toxisches System gebaut haben, wo das Züllebad fast nicht lebbar ist.

00:26:18: Und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir in stabilen sozialen Gefächten sind, wo wir genug auch emotionale Intimität haben und Freundschaften kultivieren.

00:26:29: Und dann denke ich, dann ist das Züllebad ihre Leben, wenn wir auch mit Jesus diese Beziehung tief pflegen, sehr schön.

00:26:32: Gehen wir zurück in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer,

00:26:36: in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, in den Sommer, Ja.

00:26:51: Was hast du da im Herzen

00:26:51: gespielt?

00:26:51: Also für mich war das natürlich ein extremer Highlight-Tag, wo ich sehr lange hingefiebert habe, also schlussendlich fast zehn Jahre.

00:26:59: Die engere Vorbereitung war dann circa drei Jahre.

00:27:01: Es gibt auch eine Kandidatur, wo man sich bewirbt und begleitet wird.

00:27:05: Und dann war dieser große Tag und ich bin sehr kommunikativ und auch ich lerne gerne viele Leute kennen.

00:27:11: Ich habe sehr viele von diesen tausend Leuten eigentlich persönlich eingeladen.

00:27:15: Und das war für mich natürlich ein sehr großer Tag.

00:27:18: Ich kann mich ja erinnern, als ich da dann durch diese Reihen gegangen bin in diesem weißen Brautgeld, eingezogen auch mit den Priestern und dieser Prozession hinein in den Dom.

00:27:29: Ich habe gemerkt, es sind Schritte von Freiheit.

00:27:32: Und ich muss auch sagen, ich hatte nie so viel Freiheit, wie ich jetzt habe.

00:27:36: Und das habe ich, diesen Wind von Freiheit, wie ich sagen habe, ich habe gespürt, als ich in diesen Dom hineingeschritten bin.

00:27:41: Und ich kann mich erinnern mit jedem Schritt, damit ich mir gedacht, ich mache das.

00:27:44: ganz bewusst und mit voller Freiheit.

00:27:46: Und dann gibt es diesen Akt, wo man sich dann flach auf den Boden legt und die Leute beten dann.

00:27:52: Und ich bin da gelegen auf einem Teppich und habe so diese Wellen von Gebet gespürt.

00:27:58: Das war wie so ein mächtiges Rollen von mächtigen Wellen, die zu mir über mich hinwegrollen.

00:28:04: Und gleichzeitig habe ich gespürt, wie so... fast wie Elektrizität durch meinen Körper durchströmt.

00:28:10: Also ich habe angefangen zu zittern, aber es war wie so eine Kraft, die gekommen ist.

00:28:14: Ich hatte dieses innere Bild, dass ich wie ein Fenster öffnet und Wasser aus der Ewigkeit fließt herab.

00:28:21: Und dieses Wasser, das wird nicht mehr aufhören zu fließen, dieses Fenster wird nie mehr geschlossen.

00:28:28: Diese Weiharware hat zuerst in einem Dorf.

00:28:31: Blättchen in einer kleinen Zeitung.

00:28:33: Schlussendlich war es ein nationales Happening.

00:28:36: Die größte österreichische Zeitung hat es auf der Front gehabt.

00:28:39: Wie war das für dich?

00:28:41: Ja, das war natürlich nicht geplant.

00:28:43: Ich habe das erste Mal im Salzburger Kirchenblatt mich gefragt können, wenn wir eine kleine Pressersendung machen, bekannt geben, dass sie war ja stattfindet, habe ich gesagt, ja.

00:28:51: Und ich muss sagen, Dann habe ich Corona bekommen, also zehn Tage vor der Weih.

00:28:57: Und ich hatte wirklich Sorge, okay, wer hat sich diese Weih überhaupt vollziehen können?

00:29:01: Ist es überhaupt möglich?

00:29:02: Und ich kann mich erinnern, ich bin im Bett gelegen.

00:29:05: Und es ruft, ich bekomme einen Anruf von der größten Tageszeitung Österreichs.

00:29:10: Sie haben gefragt, können wir dir ein paar Fragen stellen?

00:29:13: Ich habe gesagt, ich liege mit Corona im Bett, aber ja, gerne.

00:29:16: Ich habe ein paar Fragen beantwortet.

00:29:18: Sie haben gesagt, bitte schick uns ein Foto.

00:29:21: Und dann waren online.

00:29:22: Bericht.

00:29:22: und da waren so viele Kommentare, es ist komplett eskaliert mit Kommentaren und so haben sie das am nächsten Tag auf die Titelseite, Doppelseite und so weiter.

00:29:31: und dann was natürlich in den Allentageszeitungen, es ist so schnell gegangen und ich bin dann zum Glück auch von, also ich war dann negativ getestet und dann bin ich so okay in ein Kloster, noch ein paar Tage vor der Weihre und ich komme zurück und dann liegt ein Stapel, Zeitungen auf meinen Schreibtisch und meine Assistentin sagt, schau dir das durch, überall stehst du.

00:29:51: Und ich muss sagen, wenn wahrscheinlich zwei Jahre davor, ein Jahr davor jemand etwas Negatives gesagt hätte über die Jung von Weyhe, ich wäre wahrscheinlich gestorben und im Boden versunken.

00:30:02: Also ich hätte das irgendwie nicht.

00:30:04: überlebt, sage ich jetzt emotional, weil es so etwas tiefes persönliches war.

00:30:08: Aber ich merkte, wenn jemand sagt, das ist ein Blödsinn, das wird jemand sagen, du bist blöd.

00:30:15: Es wird so tief in mein Herz ringen, dass ich mit dem irgendwie verurteilt werde.

00:30:20: Aber das

00:30:20: hat ja keine negativen Zeitungsberichte gegeben?

00:30:24: Schon,

00:30:24: ja.

00:30:24: Es gab schon sehr kontroverse Zeitungsberichte, sogar so, dass sich bei einer der Erzbischof eingeschalten hat.

00:30:32: Genau, aus dem Mittelalter und so weiter.

00:30:36: Das wurde dann der Erzbischof hat dann korrigiert.

00:30:38: Das ist nicht aus dem Mittelalter noch viel schlimmer aus der Antike.

00:30:42: Ja, also es war durchaus schon kontrovers.

00:30:44: Es waren auch viele Leserbriefe, die gesagt haben, was eine bomböse Feier dann auch im Nachhinein.

00:30:49: Also viele diskritisiert haben, warum kommen sie mit der Kutsche?

00:30:52: und so weiter.

00:30:53: Es ist alles nur inszeniert und so.

00:30:55: Ja, also es gab da natürlich viel Kritik, der ich mich dann schon aussetzen musste.

00:31:00: Gleichzeitig muss ich sagen, natürlich, also die... Auch die Frage warum wurde es im Dom und so groß und so, muss ich sagen, ja.

00:31:08: Der Dom ist der ordentliche Ort der Spendung der Jungfranweie.

00:31:11: Also das ist normalerweise der Ort, wo der Bischof die Weie vornehmt.

00:31:16: Und dann jetzt, aktuell gibt es natürlich viele Ausnahmen, viel macht das ein bisschen verborgener.

00:31:21: Aber für mich war es auch diese Dimension des Zeugnis sehr wichtig, dass ich sage, eine Weie ist nicht für einen Privat.

00:31:30: Und ich sehe meine Weie, es ist ein persönliches Geschehen, aber es ist nicht privat.

00:31:34: Es hat einen öffentlichen Charakter, nämlich den Charakter.

00:31:37: dass ich sage, dieses Charisma, dieses Geschenk ist auch für die Kirche.

00:31:41: Und mein Leben stelle ich, indem ich das Christus zur Verfügung stelle, auch in gewissermaßen der Kirche oder den Menschen in der Kirche zur Verfügung.

00:31:51: Du bist eine junge Frau auf Social Media mit normalen Kleidern, sage ich jetzt mal.

00:31:59: Wäre der Schritt ins Kloster mit Orten zu gewenden, nicht auch eine Option, noch strikter.

00:32:09: Ja, also, man muss sagen, das ist natürlich auch eine berechtigte Frage und ich habe mir ganz kurz im Anflug diese Frage gestellt, okay, Kloster, wenn ich mir diese Website angeschaut, was gibt es alles für Kloster-Gemeinschaft mit alle durchgegangen, habe ich gedacht, nein, okay, irgendwie, ich fühle mich zu keiner, irgendwie direkt angezogen, gleichzeitig.

00:32:25: Ich bin nicht in einer charismatisch-katholischen Gemeinschaft, wo ich sage, da fühle ich mich sehr wohl.

00:32:30: Eigentlich will ich die auch nicht verlassen.

00:32:32: Ich lebe in Gemeinschaft in einem Haus mit diesen jungen Leuten.

00:32:36: Also das heißt, ich hatte nicht zu sagen, das vermisst sich, das brauche ich jetzt irgendwie oder das wünsche ich mir, was ich im Kloster finden würde.

00:32:44: Vielleicht ein bisschen mehr Struktur, ja, aber ich bin auch jemand, der sehr flexibel ist und sehr viel neue Dinge erleben will.

00:32:52: Also da muss ich sagen, ist das Kloster für mich.

00:32:55: Ich sage es ein bisschen banal, sage ich, in Klosse für mich zu langweilig, aber es ist etwas Wahres dran, dass ich sage, okay, eine sehr eintönige Struktur ist für mich schwierig.

00:33:05: Also das macht mein Leben jetzt nicht unbedingt lebendig.

00:33:09: Das merke ich, meine Persönlichkeitsstruktur entspricht etwas anderem und denke ich auch irgendwie, dass Gott das gar nicht in mein Herz so gelegt hat.

00:33:18: Er hat diesen Wunsch nicht in mein Herz gelegt und ich glaube auch, dass meine Berufung gar nicht ins Kloster geht.

00:33:24: Aber gibt es Leute, die sagen, Bernadette, das gilt gar nicht als Nonne, wenn du da mit Jeans und Social Media rumläufst?

00:33:34: Also eigentlich muss ich sagen, ich bin ja auch kein Nonne im klassischen Sinn.

00:33:39: Ich würde sagen, ja, wir leben beide Gottgewalt.

00:33:42: Ich weiß, dass deine Kloster-Schwester hat auch noch andere Versprechen, die sie macht, nämlich Armut und Gehorsam.

00:33:47: Ich habe jetzt nur das Jungfeuligkeitsgelübte und ich bin Teil von einem... Orden kann man sagen, also dem Ordo Wir genommen, dem Orden der Gott geweihten Jungfrauen.

00:33:57: Und da sind wir auch ein bisschen vernetzt.

00:33:58: Weltweit gibt es ja um die Fünftausend Gott geweihten Jungfrauen.

00:34:02: Also wir sind eigentlich die ursprüngliche Reform.

00:34:05: Also wenn man die Geschichte anschaut, dann merkt man, der Ordo Wir genommen, also der Urstand der Gott geweihten Jungfrauen, hat ja seine Ursprung ist um den zweiten, dritten, vierten Jahrhundert.

00:34:13: Das Weihgebet ist aus dem vierten Jahrhundert.

00:34:15: Und dann haben sich diese Frauen, die schon Gott geweiht gelebt haben, später zu Gemeinschaften zusammen gesch- und dann Kloster ähnlich gelebt und daraus in die Klöste entstanden.

00:34:26: Und da ist dann diese Jungfreulichkeit, diese Weihe quasi in den Klöstern etwas verschwunden und die erste, zweite vatikanische Konzil hat es dann wieder entdeckt und gesagt, hey, das ist eigentlich eine Berufung für die Welt.

00:34:38: Also das sind zwei schon unterschiedliche Berufungen.

00:34:42: Kann man Intimität mit Jesus leben im Alltag als normaler Mann vielleicht auch?

00:34:51: Ohne die Weine.

00:34:52: Oder bist du schon noch etwas besser?

00:34:58: Nein, also das würde ich nicht sagen, da kann man nicht sagen, dass es besser oder schlechter ist.

00:35:03: Auch wenn man zum Beispiel die Ehe erlebt, also aus katholischer Perspektive sagen wir, es ist ein sichtbares Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit.

00:35:09: und diese unsichtbare Wirklichkeit, was werden wir in der Ewigkeit erleben?

00:35:13: Ja, das ist diese vollkommene Vereinigung Gottes mit den Menschen.

00:35:16: Also das heißt, da wartet ein Hochzeitsmal, da wartet etwas Spektakuläres auf uns, das wir uns gar nicht ausmalen können.

00:35:23: Also es wird unfassbar schön.

00:35:25: unsere Sehnsüste werden erfüllt werden, nach Intimität, nach Schönheit, Staunen und so weiter.

00:35:31: Also das wartet auf uns und insofern will ich sagen, natürlich jeder Mensch ist gerufen, in diese Beziehung mit Gott sich einzuüben.

00:35:39: Also wir sind nicht nur in dieser Welt, sondern es wartet auch ein Leben in der nächsten Welt und das können wir schon ein bisschen hereinbrechen lassen, würde ich sagen.

00:35:49: Und es ist eine unfassbare Ressource.

00:35:52: Also ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn ich den Glauben nicht hätte oder diese Beziehung mit Jesus nicht hätte, weil sie mir in sehr vielen schwierigen Situationen sehr geholfen hat.

00:36:01: Also gerade wenn jemand stirbt und man fragt, wie jung stirbt oder ein Schicksalsschlag, dann weiß ich nicht, wie kann man überleben, wenn man nicht weiß, Es gibt einen Ort und jemand sorgt und jemand ist da und macht einen Ausgleich auch.

00:36:16: Und so würde ich sagen, natürlich, jeder ist eingeladen, diese tiefe innige Beziehung mit Jesus und mit Gott als seinen Schöpfer zu kultivieren.

00:36:25: Und das ist natürlich individuell.

00:36:27: Jeder hat eine ganz eigene Art, auch wie Gott zu ihm spricht, mit seinem Herzen kommuniziert.

00:36:32: Aber ich würde sagen, das Erste ist... Sie Zeit nehmen, egal, wenn es auch nur fünf Minuten oder zehn Minuten am Tag sind, sich hinsetzen, vielleicht in der Früh oder am Abend.

00:36:42: Man kann eine Kerze an Zündfest die Bibel aufschlagen und einfach mal die Augen schließen und sagen, okay, komm heiliger Geist oder Jesus, bitte zeig dich mir, bitte sprich zu mir.

00:36:54: Wie ist Bernadette als Mensch?

00:36:58: Was macht dich

00:36:58: aus?

00:36:59: Ja, das ist eine...

00:37:01: Neben der geweiten Jungfrau.

00:37:03: Ja, das ist auch eine sehr schöne Frage.

00:37:06: Also ich muss sagen, ich liebe es Menschen kennen zu lernen.

00:37:10: Ich liebe, manchmal wenn ich im Zug oder im Bus oder wohnt unterwegs bin und ich reise auch gerne viel und deren Leute kennen.

00:37:18: Ich frage immer Leute, wer bist du, was machst du?

00:37:20: und so weiter.

00:37:21: Also ich bin grundsätzlich eine sehr extrovertierte Person.

00:37:25: Ich liebe es, Sport zu machen, auf die Berge zu gehen oder schwimmen oder reiten.

00:37:31: So was liebe ich es auch sehr.

00:37:33: Ich liebe es, Kaffee zu trinken mit Freunden und tiefe, ehrliche Gespräche zu führen.

00:37:40: Ich liebe es, Sprachen zu lernen.

00:37:43: Ich habe einen arabischen Kurs gemacht und jetzt lerne ich ein bisschen spanisch.

00:37:47: Ich liebe quasi alles, was mit Kommunikation zu tun hat, Bücher zu lesen und dann einfach auch sehr ehrliche, tiefe Gespräche zu führen und mit Jesus zu sein.

00:38:00: Du hast schon gesagt, Strukturen seien wichtig in deinem Alltag.

00:38:05: Eben nicht die harten Strukturen eines Klosters.

00:38:09: Aber was hast du für Rituale, für Liturgien, für fixe Zeiten in deinem Tag?

00:38:17: Ja, also in der Früh beginne ich als erstes die Laudes zu beten, also die Psalmen.

00:38:22: Dann mache ich... meistens ein bisschen Sport, ich habe das ein bisschen ein kleines Ritual, ich mache ein paar Übungen, so ein kleines Workout, zehn Minuten, aber dann habe ich zu jeder Übung so ein Gebet, also das ist ein bisschen eine Kombination, so wie den Tagestart und dann gehe ich in den Gebetsrahmen, wo ich dann meinen Bible Study mache, also dann mache ich diese Übung mit der Bibel und habe dann auch noch eine meditative Gebetsform, also der Rosenkranz ist ein bisschen kompliziert vielleicht, aber ja, das bete ich auch sehr gerne.

00:38:51: Und dann meistens, okay, dann gehe ich ins Büro und dann sind auch viele Gespräche oder Meetings und so weiter.

00:38:56: Und mein Tag schaut immer ein bisschen anders aus.

00:38:59: Also meistens treffe ich einfach viele Leute oder wir planen Projekte und setzen Dinge um.

00:39:04: oder manchmal habe ich auch Kurse, die laufen und mache Vorträge oder Podcasts.

00:39:09: Ja, und dann am Abend oder vielleicht auch in der Früh manchmal gehst du in die heilige Messe.

00:39:14: Das ist für mich auch nochmal ein besonderer Moment.

00:39:16: Und am Abend sitze ich dann meistens mit meiner WG beim Abendessen.

00:39:20: Rechen, was wir heute so erlebt haben, ja, das ist so ein bisschen mein Tagesrhythmus.

00:39:26: Wäre eine Kirchenatmosphäre nicht dienlicher, um in so eine sakrale Stimmung reinzukommen?

00:39:34: Du hast gesagt, du lebst in einer WG.

00:39:37: Jemand muss den Abwasch machen und das ist ja nicht so ein zackeraller Moment.

00:39:43: Also wäre eine zurückgezogenheit in einer kleinen Klausel mit vielen Ikonen und goldigen Figuren, wäre das nicht dienlicher für so einen Dienst?

00:39:55: Ich würde sagen nein, weil im Grunde geht es ja genau darum, dass wir Gott in unseren Alltag dann hineinbringen.

00:40:01: und dort, wo eben sich das Geschirrtürm oder wo man dann das Badenzimmer putzen muss oder Sachen machen muss, die mühsam sind, aber zu jedem Menschenbetreffen, das würde ich auch sagen.

00:40:12: Also die Berufung ist ja genau... in der Welt zu leben und eben nicht zu sagen, ich schneide mich ab oder trenne mich ab und lebe klausuriert, sondern ich bin mittendrin in dem ganzen Chaos, was heute nicht funktioniert.

00:40:25: Und da lasse ich Gott hinein, sage Jesus, komm doch zu uns.

00:40:29: Aber du renovierst, du reformierst ja quasi das Nonnentum.

00:40:36: Ja, zu einem gewissen Grad kann man das vielleicht so sagen oder zumindest das Gott geweiht.

00:40:40: Es wird auch nicht allen gefallen,

00:40:41: es wird auch nicht allen gefallen.

00:40:43: Ich würde sagen, also nicht so sehr das Nonnentum, aber mehr, denn vielleicht den Stand der Ordo Wir genommen, also den Stand der Gottgeweihten Jungvonweif bis.

00:40:53: Dadurch war es viel einfach eine sehr unbekannte Berufung.

00:40:56: Und nachdem ich natürlich jetzt eine gewisse mediale Präsenz dann auch bekommen habe, durch die Weihe, kommen auch viele Leute Fragen nach oder sind damit vertraut geworden, dass es diese Berufung überhaupt gibt.

00:41:09: Und natürlich ist es mit jedem, der diese Berufung lebt, kommt es mehr an eine Sichtbarkeit.

00:41:14: Jede Gewalt junger prägt es natürlich auch noch mal ein bisschen anders.

00:41:19: Für mich ist es durchaus wirklich auch ein Anliegen, dass ich sage, ich möchte Ihnen die frischen Wind ins gottgeweite Leben bringen.

00:41:25: Ich habe auch ein Netzwerk gestartet, ein Gruppe.

00:41:29: Es sind jetzt ungefähr neunzig Leute drinnen, die neinzig jung, cool Gott gewalt.

00:41:32: Das heißt, wir sammeln Leute zwischen fünf und zwanzig und vierzig Jahre.

00:41:35: Wenn man vierzig ist, putzt man wieder raus.

00:41:37: Und das heißt, unser Ziel ist einfach leidenschaftlich, das zu kultivieren, dass wir gottgeweite Leben und so schauen, dass wir auch gesund unsere Intimität im gottgeweiten Stand leben.

00:41:49: Ist die katholische Kirche denn bereit für Reformationen, für Neues?

00:41:56: Das ist eine gute Frage.

00:41:57: Sie ist auf jeden Fall mehr als nötig.

00:42:02: Die Kirche hat sich immer reformiert zum gewissen Grad, also Semperreformander.

00:42:06: Das ist natürlich auch ein Schlagwort in der Kirche gewesen.

00:42:09: Ich denke so, wie es in gewissen Orten gehandhabt wird, glaube ich nicht, dass es die Lösung ist, dann sofort, wie die Kirche manchmal versucht, eine Erneuerung zu bringen, indem man sagt, okay, wir öffnen uns und wir machen einfach die Regeln der Welt und sagen, nein, das glaube ich nicht, dass das die Zukunft der Kirche ist.

00:42:27: Aber die Fakten werden es zeigen.

00:42:29: Gleichzeitig sehe ich das schon.

00:42:30: natürlich Leute auch sehen, wo wir müssen etwas ändern und wir fangen an auch, ja, uns wieder neu zu denken.

00:42:39: Aber ich glaube, die Erneuerung hängt absolut an dem, ob wir Jesus im Zentrum haben oder nicht.

00:42:45: Weil das ist das Wesen der Kirche.

00:42:46: Ja, alles andere machen Vereine viel besser.

00:42:49: Und da würde ich auch sagen dort, wo Jesus im Zentrum ist und wo.

00:42:54: Menschen integriert irgendwie Leben und man merkt, ja, die sind tolle Personen und die haben ihre Wunden verarbeitet.

00:43:01: Da glaube ich, dass heile Gemeinschaft passieren kann und somit auch Kirche wieder neu passiert.

00:43:07: Was könnte mit dir in den nächsten Jahren alles passieren?

00:43:11: Ich weiß nicht, also grundsätzlich, ich hab irgendwie nie so gedacht, dass ich so alt werde.

00:43:14: Ich hab mir gedacht, okay, ich will ja gar nicht so alt werden.

00:43:17: Aber

00:43:17: du bist ja noch nicht alt.

00:43:18: Nein, ich bin nicht alt, nein.

00:43:20: Aber dann hab ich irgendwie nie so geplant, was werde ich machen, wenn ich fünfzig Jahre alt bin oder was wird in zehn Jahren?

00:43:25: Dann hab ich gedacht, ich weiß gar nicht, ob ich so alt werde.

00:43:27: Aber jetzt denke ich vielleicht, werde ich doch älter dann.

00:43:31: Ziemlich sinkend schon.

00:43:32: Also du hast ja noch ... Ja,

00:43:36: da denke ich, es könnte Jesus ja jeden Moment wiederkommen, also ich lebe auch in der nahe Erwartung.

00:43:40: Na gut, aber jetzt, was ich aktuell mache, wir planen gerade einen großen Church-Plant, also so ein Church-Campus, dass wir meine katholische Gemeinde gegründet mit Leuten, die eigentlich nicht in die Kirche gehen, es ist auch eine Online-Kirche, nicht nur, aber es sind jetzt ungefähr zweihundert Leute, die regelmäßig vor Ort sind, viele Familien, Studenten, junge Leute und mit denen planen wir, dass wir ein großes Church-Gebäude.

00:44:03: übernehmen, also eine Pfarrer, die das Gebäude so aus den siebziger Jahren und die Idee ist dort einen Campus zu bauen, also mit Kinderkirchen, sieben Tage die Woche, großen Gottesdienstraum, Café, Fitnessstudio, Ateliers und so weiter, Co-Working Spaces.

00:44:20: und die Idee ist auch, dass ich dort hinziehe, also mit einigen Leuten, dass es auch Wohnblöcke gibt mit WGs, wo Jung und Alt gemeinsam wohnen.

00:44:27: Also wir wollen so etwas quasi wie einen Dorfplatz nachbauen und so ein Campus ein Hub bauen, wo Leute ihre Freizeit verbringen können und gleichzeitig eine Begegnung mit Gott erfahren.

00:44:41: Aber es ist ja auch für dich ein bisschen unberechenbar.

00:44:44: Kann ja sein, dass Jesus in zwei Wochen kommt und sagt, let's go to Peru.

00:44:50: Let's go to, zu Kongo oder irgendwo.

00:44:54: Ja, das stimmt.

00:44:55: Also ich denke schon, so Jesus ... ist natürlich jemand, der uns mitteilhaben lässt und seinen Plänen.

00:45:02: Also ich glaube nicht, dass er in zwei Wochen kommt, aber ich weiß nicht in ein paar Jahren vielleicht, wer weiß es.

00:45:06: Also ich sehe schon, dass Gott etwas Unfassbar Großes tut.

00:45:09: Man spricht ja auch von einem New Wave.

00:45:11: Also wir sehen unter Generation Z, dass so viele junge Menschen zu Gott finden und sich fast von alleine bekehren.

00:45:19: Also ich habe so viele Geschichten von jungen Leuten, die sich in ihrem Zimmer anfangen, die Bibel zu lesen, Hinknien, Jesus sagen, Jesus möchte dir mein Leben schenken.

00:45:27: und so.

00:45:28: Christ werden, fast ihm vorbeigehen.

00:45:31: Und da merken wir, da ist etwas, da ist ein großer Move von viele Länder, wenn man die Zahlen anschaut, sagen, hey, wir haben unfassbare Zahlen, wir sehen, dass Censi, mittlerweile die zweitstärkste Gruppe, ist von Kirchgern nach der sixty-plus Generation.

00:45:46: Also man merkt, da ist etwas im Busch, ja, auch in den muslimischen Ländern sehen wir, dass es einfach viele Menschen zum Glauben finden im Iran, die haben richtige Probleme in der Regierung, weil sie sagen, es sind so viele.

00:45:58: Christen, ganze Stadtteile werden zu Christen und da sehen wir, da tut Gott.

00:46:03: Wahnsinnig viel.

00:46:04: Da ist etwas im Busch und das begeistert mich auch, einfach Teil von dem zu sein.

00:46:08: Ich bin Teil von einem Projekt in der Salvador.

00:46:10: Das heißt, da bin ich auch immer wieder.

00:46:13: Ich habe einen Herz für viele Länder, aber ich habe schon das Gefühl, ja, da wird mich Gott vielleicht auch noch mal eine gewisse Zeit hinschicken.

00:46:20: Also ich habe diese Offenheit und gleichzeitig merke ich so für diese nächsten Season, glaube ich, bin ich schon noch in Salzburg gerufen, auch dort Kirche zu bauen.

00:46:29: Benedett, vielen herzlichen Dank, dass du uns den Herzen aufgemacht hast.

00:46:33: Und was wünscht man einer geweiten Jungfrau für die Zukunft?

00:46:39: Ja, dass sie immer mit Jesus verbunden bleibt.

00:46:42: Dann wünsche ich dir das von Herzen.

00:46:43: Alles Gute, vielen Dank.

00:46:44: Danke für die Einladung.

00:46:46: Danke vielmals auch euch, die diesen Podcast geloset haben.

00:46:49: Wer die Berne dort nicht nur möchte hören, sondern auch mal möchte sehen.

00:46:53: Wir haben sie auch miteinander in den Fenchern zum Sonntag gemacht.

00:46:57: Der Link zu der Sendung findet ihr in den Show-Notes.

00:46:59: Dort gibt es auch viele andere Podcasts, die RF-Media produziert, z.B.

00:47:04: im Vis-à-Vis.

00:47:05: Sie haben auch immer wieder ganz verrückte Lebensgeschichte.

00:47:09: RF-Media finanziert sich mit Spenden in den Show-Notes auch den Link.

00:47:13: für ein Batzen.

00:47:14: Vielen Dank.

00:47:15: Wenn euch unsere Podcasts gefallen sind, dann weitersagen, einen Daumen ob sie geben und natürlich abonnieren.

00:47:21: Vielen Dank für's dabei.

00:47:23: Alles Gute und eine gemütliche

00:47:39: Zeit.

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